September 09, 2019

pssst... popups: Kawaii, Scope Creep, Maschinenlernen, Storytelling & V-Bucks


pssst… popups erscheinen regelmäßig auf Instagram und diesem Blog. Es sind Stories, Memes und Minitrends, über die man aktuell spricht. Eine subjektive Sammlung für Storyteller und Campaigner in Marketing und PR, die auf der Suche nach Inspiration sind. Die Auswahl ist absolut subjektiv und ganz meine Meinung. Mehr zum Thema Trends, Kreativiätstechniken & Seminare – auf www.petrasammer.com

Kawaii – ein süßes Ästhetikonzept


Fans von Anime und Manga kennen den Begriff Kawaii nur zu gut. Der Begriff stammt aus dem Japanischen und bezeichnet alles, was süß, niedlich und knuffig ist. In der japanischen Alltagskultur ist dieses Ästhetikprinzip durchgängig – nicht nur Mode oder Taschen werden mit süßen Augen bedruckt, auch Laptops bekommen witzige Ohren, Tassen sehen wie kleine Mäuse aus, aber auch Fahrradständer werden von Häschen gestützt oder Züge bekommen ein süßes Lächeln auf die Frontscheibe geklebt. Im Westen ist das Prinzip der optischen Niedlichkeit eigentlich eher Kindersachen vorbehalten, aber in vielen Bereichen – nicht nur in Games, bei technischen Gadgets und auch beim Design von Apps – steht das Kawaii-Prinzip mehr und mehr im Vordergrund, ganz besonders, um die Angst vor Technologie und Innovationen zu nehmen.

„Scope Creep“ - Jargon


Für alles gibt es mittlerweile Hype-Begriffe. So auch für das Phänomen, dass ein Projekt schleichend verlagert oder gar künstlich zu etwas viel Größerem aufgeblasen wird, weil man absehen kann, dass die ursprüngliche Idee nicht funktioniert und wohl scheitern wird: Das ist ein Scope Creep.

„Maschinen lesen Bücher – und Botschaften“ - TechBias


„Wir scannen nicht all die Bücher, damit sie von Menschen gelesen werden. Wir scannen Bücher, damit sie von künstlicher Intelligenz gelesen werden“, das sagt der US-Wissenschaftshistoriker George Dyson. Da scheint schon durch, auf was wir uns in der Zukunft einstellen dürfen. Dass nämlich nicht wir Menschen mit Maschinen kommunizieren, sondern dass diese sich selbst untereinander vortrefflich austauschen werden. Angeblich sind heute schon 15 Prozent der Twitter-Accounts software-geführt. Diese Bots werfen automatisch Botschaften unter die Twittergemeinde und ins Netz, in der Hoffnung, dass dies wer liest. Und dann gibt es da auch Bots, die bestimmte Themen aufnehmen und bestätigen. Maschinen-Claqueure quasi. Und daher ist auch klar, dass in einigen Ecken des Internets bereits heute Maschinen mit Maschinen debattieren (oder wie auch immer man das nennen will). Denn die einen werfen Botschaften aus, die anderen kommentieren und verstärken sie – alles ganz ohne Menschen.

Storytelling wird zum Bestseller


Es freut mich sehr, dass mein Buch „Storytelling“ (2. Auflage, O´Reilly, 2017) an einigen Universitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz als Standardwerk geführt wird. Doch eigentlich ist es weniger für die Lehre, sondern für Praktiker in der Unternehmenskommunikation, für Marketing- und Brandmanager, für Agenturteams und Kommunikationsberater geschrieben, die auf der Suche nach stimmigen Definitionen des Begriffes „Storytelling“ für Marketing und PR sind und die auf einfache und zugängliche Bausteine guten Storytellings zurückgreifen wollen. Daher gibt es jede Menge Checklisten und auch Literaturtipps in meinem Buch, die wir in der zweiten Auflage aufwändig aktualisiert haben. Die vielen Best-Practice-Beispiele dienen als Inspiration – und wer dann immer noch nicht genug hat, der kann mich gerne kontaktieren und ich helfe, weitere Beispiele für die jeweilige Branche oder das passende Kommunikationsziel zu finden. Ich bedanke mich an dieser Stelle für all die vielen Leser – seit der Erstauflage 2014 ist „Storytelling“ beständig unter den Top10 und Top20 der beliebtesten und meistverkauften Bücher in der Kategorie „PR“ auf amazon. Daher bedanke ich mich sehr für dieses Vertrauen, begrüße alle neuen Leser und wünsche ihnen viel Spaß bei der Lektüre. 

Bezahlen bitte: mit V-Bucks


Epic Games macht drei Milliarden Gewinn (!) mit einem kostenlosen Computerspiel. Klingt wahnsinnig? Ist es auch. Die kostenlose Variante „Fortnite Battle Royale“ erwies sich als Superhit. Und mit dem Spiel setzt Epic Games nicht nur neue Standards in punkto Games-Vermarktung, sondern auch in Trendsetting-Themen wie „Tanz“ oder „Mode“, denn die Spieler tragen das, was sie im Spiel erleben in die reale Welt. Was früher also der Bolzplatz oder Schulhof war, wo man sich über die neueste Coolness austauschte, das sind heute Online-Plattformen und eben Fornite. Und weil man früher am Bolzplatz oder im Schwimmbad auch Taschengeld brauchte, so braucht man auch heute in Fornite Geld, um sich die neuesten Gadgets virtuell kaufen zu können. Und dieses Geld gibt es schon: V-Bucks (Vindertech Bucks). Rare Gegenstände können durchaus mal 200 V-Bucks kosten, was etwa 20 Euro entspricht. Aber Vorsicht: wie mit jeder Währung wird auch hier gehandelt und getradet und auch jede Menge Unfug getrieben. 

August 29, 2019

Bitte aufhören: Wertschöpfung durch billige Stories


Ich gebe es zu. Ich bin auch eine von denen. Eine von diesen Beratern, die Marketing- und PR-Verantwortlichen seit Jahren rät, sich neuen Kommunikationsformaten und Techniken zu öffnen. Sich auf Storytelling einzulassen, zum Publisher zu werden und auf mehr Pull-, statt Push-Strategien zu setzen.

Klingt logisch. Logisch in einer Zeit, in der Marketing und Unternehmenskommunikation mit immer weniger Aufmerksamkeitsspanne bei der Zielgruppe rechnen können. Logisch, wo YouTube, Facebook und Co. einen Überfluss an Informationen bieten, die weder bewältigbar, noch glaubwürdig sind. Und wo Menschen sich mit Filter-Bubbles vor dem Content Schock schützen.

Noch nie war es so einfach …


Dringend sind also neue Kommunikationswege gefordert. Und die oben genannten Strategien – Storytelling, Publishing, Pull-Strategien - geben ja auch Hoffnung.

Noch nie war es so einfach für Unternehmen, Inhalte selbst zu publizieren und in das Mediengeschäft einzusteigen. Wie Santander. Die spanische Bank produzierte einen 15minütigen Science-Fiction-Film und sprach damit erstmals erfolgreich eine Generation an, die man eigentlich für das Bankengeschäft verloren sah. Mit Hilfe von Storytelling erzielte Santander die höchste Abschlussrate seit 160 Jahren und erreichte 35 Prozent seines Jahresgeschäftsziels in nur zwei Wochen. Storytelling etabliert sich als erfolgreiches Kommunikationsinstrument, besonders geeignet, um Zielgruppen der Generation Y und Z anzusprechen. 

Und mit Storytelling ist für PR und Marketing nicht nur der Blick in die Zukunft möglich, sondern auch der in die Vergangenheit ist plötzlich wieder envogue. Die erste Autofahrt von Berta Benz wurde jüngst von Mercedes verfilmt - und holte gleich Preise. Und auch die ERSTE und Sparkassen in Österreich blicken 200 Jahre zurück und zeigen die erste Marie Schwarz, die erste Besitzerin eines Sparbuches.

Bei aller Euphorie ... 


Für diese neue Kommunikationswelt, haben wir eines übersehen: Storytelling funktioniert nicht mit alten Marketingrezepten. Ganz im Gegenteil. Manchmal ist Storytelling sogar genau das Gegenteil von Marketing. Laut proklamieren wir daher das Neue und Inspirierende an Stories, aber gleichzeitig hängen wir doch an tradierten Mustern und vertrauten, altbewährte Mechanismen: 

Wir raten zum Publishing, und wollen doch nicht ablassen von der Kampagnendenke und dem guten, alten Marketingplan.

Wir sagen „Storytelling“ und machen dann doch wieder „Ankündigungskommunikation“ – nur dieses Mal hübscher und moderner - mit Bewegtbild und Social Media.

Wir propagieren Pull-Strategien, ignorieren aber, was relevant ist fürs Publikum und inszenieren statt dessen weiterhin, was relevant ist für Unternehmen und Marke.

Wir plädieren für gute Geschichten. Halten uns aber nicht an die wichtigste Regel: den Konflikt. Stattdessen propaieren wir lang und breit unsere Lösungen. 

Das ist... langweilig


Dringend gesucht sind also neue Methoden. Neue Techniken, Modelle und vor allem Inspirationsquellen, die Stoff geben für gute Geschichten. Dringend gesucht sind Marketingmanager und Unternehmenssprecher, die die Prinzipien einer Story verstehen und diese im Unternehmen auch durchsetzen können. Dringend gesucht sind Filmemacher und Storyteller, die Marken verstehen und die Entscheidungsprozesse von Unternehmen durchschauen, um an der richtigen Stelle eine Storyidee durchfechten zu können.

Und alle zusammen brauchen vor allem eines: Budget - und Ressourcen. Die meistgestellte Frage in meinen Seminare ist: Was kann man für ganz wenig Geld machen? Was für eine Frage. Die gleiche Frage stellen Sie bitte im Mercedes- oder Porsche-Showroom und fragen nach einer SKlasse und einem 911er für eben für kleines Geld. Die gleiche Frage stellen Sie dann auch im Dior-Atelier und bei Prada. Am besten fragen Sie dort auch nach dem Schnittmuster, weil Sie das Kleid und die Tasche gerne selbst nähen wollen.

Wertschöpfung durch billige Stories. Ernsthaft?


Bitte hören wir doch auf so zu tun, als würde es Storytelling umsonst geben und man könne das einfach nebenher mitmachen. Storytelling ist nicht ein bisschen "creative writing". Storytelling ist nicht einfach Smartphone zücken, Video aufnehmen und ein paar putzige gifs und Sticker einbauen. 

Storytelling - besser gesagt - narratives Marketing ist eine umfangreiche, strategisch zu planende Kommunikationstechnik. Sie erfordert die Zusammenarbeit vieler Gewerke wie Text, Scriptwriting, journalistische Recherche und Dramaturgie. Dazu gehören Bildverständnis, Grafik und Animatioin, Mediengestaltung mit Schnitt, Licht- und Tontechnik. Vor allem aber strategisches Media- und Channel-Management.

Ja, man kann erfolgreiche Stories wunderbar nur mit Text keieren (jeder Schriftsteller kann das bestätigen und jeder erfahrene Content Manager auch). Ja, man kann Stories auch nur mit Bild und Grafik ausdrücken (jeder Fotograph, Graphik Novel Artist und Infografiker wird das unterschreiben). Und ja, eine Story entfaltet sich am besten mit Bewegtbild (Hollywood lässt grüßen). Eine Story kann ganz klein in Instagram und What´s App sein und ganz groß im Dokumentar- oder Spielfilm und noch größer im Feld des Experiencal Storyellings. Und ja, die Zielgruppe will nicht mehr nur passiv zusehen, sondern auch aktiv dabei sein. Daher sind Narrative und Geschichten in interaktiven und immersiven Formaten - im Entertainmentbereich, aber auch in Marketing und PR - so erfolgreich. 

Aber all das kostet - ob klein oder groß - Geld und Ressourcen sind notwendig. Wer die nicht hat, muss um sie kämpfen. Und die überzeugen, die auf dem Geld sitzen. Billige Stories sorgen nicht für Wertschöpfung, sondern nur für Medienverstopfung. Und ich bin sicher, Ihre Konkurrenz schläft nicht - der Kampf um Aufmerksamkeit hat gerade erst begonnen.

August 20, 2019

pssst... popup: Niksen, Brook´s Law, Content Velocity, Kreativität und Wiederholungstäter



pssst… popups erscheinen regelmäßig auf Instagram und diesem Blog. Es sind Stories, Memes und Minitrends, über die man aktuell spricht. Eine subjektive Sammlung für Storyteller und Campaigner in Marketing und PR, die auf der Suche nach Inspiration sind. Die Auswahl ist absolut subjektiv und ganz meine Meinung.

  

Niksen – Trend


Das holländische Wort „Niksen“ steht für „nichts tun“ und löst gerade das dänische „Hygge“ bei den Kuschel-Wohlfühltrends ab. Anscheinend ist man mit den skandinavischen Wörtern durch und sucht sich jetzt in den Benelux-Ländern neue Wortkonstruktionen, die sich für die Ausrufung eines „Trends“ lohnen. Noch dazu, wo man sich „Niksen“ auch im Deutschen sehr gut merken kann. Die Hektik des Alltags ruft ja ständig nach einer Gegenbewegung, da kommt einem das „gar nichts tun und einfach genüsslich faulenzen“ als Trendbewegung gerade recht.

Brook´s Law - Managementweisheit


Gerät ein Projekt in Verzug, so wird gerne mal die Man- und Womenpower aufgestockt. Doch anstatt damit Abhilfe zu schaffen, passiert das genaue Gegenzeit. Das Projekt verzögert sich noch mehr, denn die zusätzlichen Mitarbeiter und Teammitglieder müssen erst einmal instruiert und eingebunden werden. Die Organisation der neuen Kollegen kostet noch mehr Zeit, bindet weitere Ressourcen und das Projekt kommt noch mehr ins Stocken. Das ist Brook´s Law, das Fred Brook 1975 erstmals erwähnt. Ein Begriff, mit dem man wunderbar Managementwissen heucheln kann – und dann sollte man sich aber doch über die neuen Kollegen und Kolleginnen freuen und ihnen bei der Einarbeitung helfen.

Content Velocity - Fachbegriff


Content, Conten, Content … wir sind einer Welle, ach was, einer Tsunmi an Inhalten ausgesetzt. Content-Produzenten müssen daher immer schneller und vielfältiger produziert. Adobe hat für dieses Medien-Phänomen einen Namen: „Content Velocity“.
Wie professionell es aussehen kann, wenn man quasi in Echtzeit produziert, dass kann man hier live und in Farbe sehen: https://www.youtube.com/watch?v=oigmqemFapg

Kreative Methoden für Marketing und PR - Trainigstipp 



Das Brainstorming ist tot, es lebe das Brainstorming. Wenn wir ehrlich zu uns sind, dann greifen wir doch immer auf die gleichen Kreativitätsmethoden zurück, oder? Eine ziemliche Routine hat sich oft in den Kreativprozess eingeschlichen – und daher produzieren wir – ob wir wollen oder nicht – auch immer die gleichen Ideen. Wer also frische Denke sucht, der sollte sich erst einmal ein paar Tipps und Tricks holen, wie man auf gute Ideen kommt – mit und ohne Brainstorming. Empfehlen will ich dazu gerne ein Online-Training auf LinkedIn „Kreative Methoden für Marketing und PR“. In über 15 kleinen Videofilmen hat LinkedIn mit mir ein Training zusammengestellt, das Kommunikationsprofis helfen soll, mehr Stoff für gute Kampagnen und Kommunikationsideen zu finden. Los geht’s hier!

Repeat. Repeat. Repeat – Persuasionstechnik


Ja, wiederholen hilft. Nicht nur, wenn man bewusst etwas lernen will – wie wir ja aus der Schulzeit wissen. Nein, auch wenn man etwas ganz und gar nicht glauben will, hilft Wiederholung. Dies konnte der Psychologe Gordon Pennycook von der Yale University in einer Studie nachweisen: Wiederholung fördert Vertrautheit. Und dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass man auch offen-kundigen Unsinn glaubt.  Man muss also anscheinend eine Lüge nur oft und lange genug wiederholen, irgendwann wird sie dann auch geglaubt. Mehr zum Thema von Sebastian Herrmann.

August 16, 2019

What´s next for Storytelling?


Keiner kann wirklich in die Zukunft blicken. Aber eines ist sicher: Kreativität wird immer mehr von Technologie beeinflusst. Und das hat Auswirkungen auf die Art wie wir uns informieren, wie wir kommunizieren und wie wir Geschichten erzählen. 

Einige dieser kreativen Treiber sind AI, Mixed Reality-Technologien, Apps, Games und neue Möglichkeiten der Sprachsteuerung. Sie alle verändern die Art des Storytellings. Immersive, experimentelle Formate werden populärer und beeinflussen altbewährte Erzählmodelle und Arbeitsmethoden - oder lösen sie sogar ab. 

So geht beispielsweise transmediales Erzählen heute weit über herkömmliche Medien hinaus. "The Internet of Things" ermöglicht uns Alltagsgegenstände wie Küchengeräte (Smart Home) oder auch Kleidung (Wearable Electronics) in die Kommunikation und in Kampagnen einzubauen. Die Möglichkeiten scheinen unbegrenzt. Und einiges, das sich wie Science Fiction anhört, ist heute schon Realität:

Für KI schnell mal gezeichnet: 

Computer brauchen Menschen - noch jedenfalls. Denn nur mit ihnen lernen sie Bilder zu verstehen. Daher bittet Google seine User, Bilder zu zeichnen. Mit Erfolg, denn über den Aufruf "Quick, Draw!" war es Google bisher möglich über 800 Millionen kleine Zeichnungen einzusammeln - von Alltagsgegenständen wie Schirme, Tische, Stühle, Eis, Katzen und vieles mehr. Je mehr Bilder und Zeichnungen der Computer zu sehen bekommt, desto besser wird er. Umso schlauer wird er - www.quickdraw.withgoogle.com


KI wählt Bilder automatisch aus:

Der Bilderspezialist Getty Images kooperiert mit Cortex, um die Suche nach Bildern zu automatisieren. Der Cortex-Algorithmus ermittelt aus den beliebtesten Bildern in Social Media die erfolgreichsten Motive, Farben und Keywords. Angeblich erspart die Software im Durschschnitt 8,5 Arbeitsstunden pro Woche für die lästige Suche - www.meetcortex.com

KI liest Gefühle:

Tim Llewellyn, CEO und Mitgründer von nviso, erklärt im Video-Interview des GID wie KI unsere Gefühle liest und wie Finanzindustrie, Gesundheits- und Automobilbranche davon profitieren - https://bit.ly/2VAaRCp

KI kennt deinen Musikgeschmack: 

Das Autorenteam des Buches "Spotify Teardown: Inside the Black Box of Streaming Music" fand herraus, das Spotify derzeit über 500 neue Mitarbeiter - die meisten davon sollen Erfahrung in punkto KI mitbringen. Doch das ist nicht neu, denn schon seit 2013 setzt der Musik-Streamingservice auf KI-gestützte Musikauswahl. User werden aufgrund ausgefeilter Alogrithmen mit ihrer Wunschmusik versorgt. Und die Computer von Spotify wissen sogar, welche Musik zum Einschlafen, Radfahren, Joggen, oder Konzentrieren bei der Arbeit passt. "Self-governance through mood control" nennt man das - www.spotify.com

KI weiß, was wir riechen wollen: 

IBM tut alles, um zu beweisen, wie wertvoll und clever KI ist. Und wieder einmal ist ihnen ein Überraschungscoud gelungen, den die KI "Philyra" hat den "perfekten" Duft zusammengestellt, vor dessen Ausgewogenheit und Kreativität sogar erfahrene Parfümeure den Hut ziehen - www.ibm.com/blogs/research/2018/10/ai-fragrances/

KI schreibt erstes Buch: 

"Lithium-Ion Batteries – A Machine-Generated Summary of Current Research" so heißt der Buchtitel, den Beta-Writer, eine KI der Goethe-Universität Frankfurt am Main, geschrieben hat. Erschienen ist das angebeblich erste von einem Computer verfasste Buch im Springer Nature Verlag 2019 und es steht als kostenloses ebook zur Verfügung: https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-030-16800-1

Auf Plot19, der Storytelling-Konferenz für Unternehmen, Agenturen und Filmemacher, am 6.9. in München zeigt Emmanuel Kuster von THE FICTION LAB, in einer der Workshops, wie man mit Hilfe von künstlicher Intelligenz Emotionen sekundengenau im Film takten kann. Mehr Infos und Programm zu Plot19: www.whattheplot.com

August 14, 2019

pssst... popup: Computational Photography - Trend


Eigentlich muss man gar nicht mehr auf den Auslöser drücken. Computer übernehmen das für uns und finden das beste Foto … das beste Fotomotiv. Klingt nach Science Fiction? Mitnichten, denn Google behauptet, dass seine neuesten Android-Smartphones erkennen, wenn sich zwei Menschen küssen - und die Kamera drückt dann aufs Knöpfchen. Jedes Jahr werden über eine Billion Fotos weltweit aufgenommen. Und die meisten davon sind schlecht. Man kann sich vom Computer also ruhig etwas helfen lassen. Mit diesen neuen Technologien verändert sich dann auch die Haltung zum Bild. Denn mit all den Manipulationsmöglichkeiten, Photoshop-Einstellungen, Filtern etc. verändert ist ein Foto eben nicht mehr ein Abbild, sondern Idealbild.

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Hattrick


Wenn man ein Buch schreibt, dann ist man mitten drin. Man ist fixiert auf jeden Tag, an dem man schreibt. Auf jedes einzelne Kapitel und arbeitet ... besser gesagt, gräbt sich von Seite zu Seite. Es ist eine Fleißaufgabe. Oder noch besser: ein Berg, den man sich vorgenommen hat und über dessen Gipfel man drüber will. Also rauf und runter.

Wenn man die letzte Seite geschrieben hat, dann ist man erschöpft. Aber lange noch nicht fertig. Denn jetzt geht die Lektorin drüber. Und dann schaut man sich an, was sie dazu zu sagen hat. Dann geht man den Text nochmals durch und schreibt die letzte Seite. Dann geht der Graphiker drüber und setzt das Ganze. Und dann geht man den ganzen Text nochmals durch und schreibt die letzte Seite. Und dann mag man es gar nicht mehr sehen. Denn eigentlich wollte man das doch ganz ander schreiben.

Bücher schreiben ist ein seltsamer Prozess. Erst mit Abstand kann wirklich verstehen, was da entsteht. So geht es mir jedenfalls. Und daher ist mir jetzt erst klar, dass ich drei Bücher geschrieben habe. Und dass ich tatsächlich eine Buchautorin bin: https://www.petrasammer.com/books/

August 13, 2019

pssst... popup: "Forgotify" - Fun Fact


Der Hannoveraner Emil Berliner revolutionierte die Art und Weise Musik zu hören. Nach seiner Auswanderung in die USA erfand er 1880 das Grammophon und er nannte die schwarze Scheibe, auf der die Musik gepresst war: Schallplatte.

Genau einhundert Jahre hielt Berliners Erfindung, dann lernte die Musik laufen und eine neue Revolution bahnte sich an – mit gleich zwei technischen Neuheiten: der Boombox, oder auch Ghettoblaster genannt. Die Sanyo M0008LU Boombox kam mit zwei Kassettenfächern auf den Markt, die einfach an einem Henkel zu tragen waren. Noch durchschlagender war jedoch die Erfindung von Sony, denn der Walkman erlaubte das hören von Musik an jedem Ort – durch die tragbaren Kopfhörer und das leichte Kassettenfach, das man sich an die Hose oder den Rock klippen konnte. 1979 und 1980 war das.

Die nächste Revolution im Musikbusiness kam 2001, als Steve Jobs den ersten ipod und die damit verbundene Musikplattform iTunes vorstellte. Musik konnte jetzt einfach aus dem Netz geladen werden. Und so dauerte es nicht lange, bis die Idee des Streamings geboren wurde. 

Das schwedische Start-up Spotify ging 2006 an den Start und setzte sich unter den Musikstreamingdiensten durch. 232 Millionen Menschen hören heute Musik mit Spotify (active user) und sie haben die Auswahl aus über 40 Millionen Songs. Streamingdienste verändern das Musikbusiness radikal. Wo früher das große Geld durch Plattenverkäufte winkte, werden jetzt mühevoll Cent-Beträge per Download eingesammelt – für die großen Stars lohnt sich das, für viele kleine Bands und unbekannte Künstler ist es ein hartes Geschäft. Denn in der Masse bleibt vieles unentdeckt. Ungefähr ein fünftel aller Songs auf Spotify werden kein einziges Mal angeclickt. Diese Songs nennt man ein bisschen spöttisch: „Forgotify“. (More Facts about Spotify)

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Ab in den Urlaub: Auch nur Geschichten


Die Bayern brechen jetzt auf. Und die Rheinländer kommen schon fast wieder zurück. Es ist Reisehauptsaison in Deutschland. Doch in einem Sommer, in dem Flugscham erstmals die Runde macht und das Land Tirol seine Grenzen zu Deutschland abdichtet, sollte man sich einmal Zeit nehmen, zu überlegen, warum wir so sehnsuchtsvoll das Weite suchen, wenn wir mal frei haben.

Da ist zum einen natürlich die Flucht. Die Flucht vor dem Gewohnten, dem Alltäglichen, dem Banalen. Die Flucht vor der Arbeit, die auch zuhause auf einen wartet. Zum Beispiel müsste man schon längst mal den tropfenden Wasserhahn austauschen, die Küche grundreinigen oder die Steuererklärung machen. Also lieber rein ins Auto und ab nach Italien.

Und dann ist da die Sehnsucht. Eine mehr oder weniger konkrete Wunschvorstellung vom perfekten Ort, den man in der Ferne zu finden hofft und dem man hinterherreist.

Denn wer glaubt, dass es beim Reisen um die spontane und offene Begegnung mit dem Unbekannten und Neuen geht, der irrt. Reisen ist vielmehr eine Bestätigung von Erwartungen und vorgefassten Vorstellungen.

Reisen ist das Abarbeiten vorgefertigter Stories


Die Bilder und Geschichten, die wir über unsere Sehnsuchtsorte und Ziele im Kopf haben, bestimmen den Ablauf der Reise. Die zu besichtigenden Orte sind vom Start weg auf einer imaginären „Itinèraire“ verzeichnet und die Route selbst dient fast ausschließlich dem Abarbeiten dieser Stories und Bildvorlagen.

Seit jeher ist es die Aufgabe der Fotographie, das Erstaunliche in der Fremde, das man eigentlich aber schon gehört oder gar auf einem anderen Bild gesehen hat, festzuhalten – weniger als Erinnerung, sondern viel mehr als Beweis, dass man tagsächlich dort gewesen ist.

Dieses Phänomen der Bildbestätigung ist nicht neu. Fratelli Alinari in Florenz ist das älteste fotografische Unternehmen der Welt. Gegründet 1852 – zwei Jahrzehnte nachdem der französische Erfinder Nicèphore Nièpe zum ersten Mal ein Bild auf eine Zinnplatte bannte und dreizehn Jahre nachdem mit der Diguerreotypie ein fotografisches Verfahren auf den Markt kam, das man kommerziell nutzen konnte.

Das Fotogeschäft verdankt seine Entstehung dem Tourismus. Schon Ende des 19. Jahrhunderts gab es so etwas wie „Pauschalreisen“. Die populäre „Grand Tour“ führte junge nordeuropäische Aristokraten und bürgerliche Neureiche nach Florenz, Venedig, Mailand, Rom und Neapel.

Und in all diesen Städten gab es moderne Fotostudios, in denen man seine Bilder direkt vor Ort entwickeln lassen konnte. Frateli Alinari ist das einzige Studio, das bis heute überlebt hat.

Denn heute machen wir über 85 Prozent aller Fotos mit dem Smartphone und produzieren pro Jahr an die 1,5 Milliarden Bilder – ganz ohne Entwicklungszeit. Und doch ist eines gleichgeblieben: die meisten Reise-Fotos werden auch heute nicht aus Entdeckungslaune produziert, sondern als Beweismittel.

Instagram hat an diesem Phänomen einen nicht unerheblichen Anteil – und zwar in doppelter Hinsicht: Bildmotive von außergewöhnlichen Reisezielen lösen die Sehnsucht und den Run auf Destinationen aus, die – mangels Bildmaterial – bisher unbeachtet blieben. Vor Ort reproduzieren Touristen diese Bildmotive – mit ihrem eigenen Smartphone – und publizieren diese erneut in Instagram. Ein Teufelskreis, der für manchen Ort auch zum Verhängnis werden kann. „Instagram-Overtourism“ nennt man das, wenn den einst einsamen Felsen Trolltunga (Trollzunge), hoch über dem Ringedalsvatnet-See in Norwegen, so viele Menschen stürmen, dass Absturzgefahr herrscht und man sich in langer Schlangen anstellen muss, um das gleiche Motiv vom einsamen Wanderer hoch über dem See zu schießen. Ein Fotomotiv, dass übrigens ein Bild von 1818 zitiert.
Dem „Wanderer im Nebelmeer“ von David Caspar Friedrichs dürften viele der Hobbyfotographen in der Schule begegnet sein. Und so ist jedes der tausenden Fotos vom Trolltunga-Felsen gleichsam ein Zitat und eine Hommage an das berühmte Originalbild.

Bilder sind Erzählräume


Auch wenn Fotographen wie Oliver Kmia sich darüber lustig machen, wie unkreativ und uniform diese immer gleiche Art der Reisefotographie ist (in seinem Video „Instatravel– A Photogenic Mass Tourism Experience“ reiht er ein gleiches Motiv an das andere), es stört die Macher dieser Fotos nicht. Im Gegenteil, der Strom der Bilder ist nicht zu stoppen und das aus gutem Grund.

Denn es geht nicht darum, Realitäten abzubilden. Die herausragenden Bildmotive auf Instagram, die, von denen wir uns am meisten angesprochen fühlen, zeigen weit mehr als die Wirklichkeit. Sie eröffnen Räume. Erzählräume. Sie helfen uns einzutauchen und abzutauchen in die Geschichte hinter den Bildern. Es sind Bilder, die wie „Rabbit Holes“ funktionieren – wie das berühmte Kaninchenloch in Lewis Carroll´s „Alice im Wunderland“. Es sind Bilder, die unsere Fantasie anregen, die uns neugierig machen, die uns tagträumen lassen.

Motive und visuelle Codes, die nicht nur unsere inneren Bilder bestätigen, sondern die uns auch Stoff für Geschichten bieten. Bilder, die uns neuen Erzählstoff liefern oder aber – noch besser -, die uns an gute Geschichten erinnern, die wir schon kennen.

Die Welt als erzählte, bildhafte Vorstellung


Andrea David, Influencerin und Bloggerin, hat genau dies zu ihrem Thema gemacht. Schon in ihrer Abschlussarbeit als Tourismusmanager ging sie der Frage nach, wie Filme die Wahl von Reisezielen beeinflussen, und als begeisterter Filmfan machte sie diese Leidenschaft zu ihrem Beruf. Seit 2007 ist Andrea David als Filmtouristin unterwegs und nimmt ihre Leserinnen und Leser auf ihrem Blog „Filmtourismus“ zu Drehorten berühmter Filme mit. Mit ihrem Hobby ist sie nicht allein, denn über 100.000 User pro Monat nutzen ihre Reisetipps – auch auf Facebook und Instagram (@filmtourismus).

Dabei nehmen es viele Tourismusbüros in kauf, dass sich die Deutungsrahmen (Frames) ganzer Regionen aufgrund starker Stories verändern: so werden Island, Kroatien und Nordirland zu Westeros und Neuseeland zu Mittelerde.

Wir sehen, was wir sehen wollen und verändern dadurch selbstverständlich die Erzählung über diese Räume.

Dies war vor 150 Jahren auf der „Grand Tour“ nicht anders. Die Fotographen damals waren nicht zimperlich und bauten schnell mal einen Renaissance-Thron, wo gar keiner war. Heute dienen viele dieser alten Aufnahmen als Zeitdokumente, die angeblich die Welt von damals zeigen. Doch es ist fraglich, ob das auch wirklich alles so stimmt.

In seinem Artikel über das älteste Fotogeschäft der Welt, zitiert der SZ-Journalist Thomas Steinfeld den Kulturkritiker, Soziologen und Philosophen Siegfried Kracauer, der vor 100 Jahren bereits betonte, dass eine Fotografie einen Gegenstand nicht nur darstellt.: „Sie nimmt von ihm Besitz und mehr noch: die dringt in ihn ein“ – und heute sehen wir, dass sie sogar bewirken kann, wie wir die Welt wahrnehmen.

>> Bilder haben Macht – sie machen etwas mit uns. Storyteller setzen auf diese Kraft der Bilder, sind sich aber oft nicht im klaren, auf welch visuelle Codes und Frames sie dabei zurückgreifen und was damit ausgelöst werden kann. Auf der Storytelling-Konferenz Plot19 wird Jens Badura vom Think & Do Tank CreativeAlps das Publikum mitnehmen auf eine Reise durch die Alpen, um sie für die visuellen Codes zu sensibilisiert, die bereits von Malern des 19. Jahrhunderts für diesen Raum gesetzt wurden – und die wir heute noch nutzen. Badura geht es um das Bewusstmachen und die Dekonstruktion von Bildräumen – ein Wissen und eine Methodik, die es Marketingprofis, Unternehmenskommunikatoren und auch Storytellern in Film & Theater ermöglicht, Erzählräume visuell neu zu konstruieren und spannend zu erzählen. Infos zu Plot19 – Programm und Tickets unter www.whattheplot.com

pssst... popup: "iBreak" - Jargon



Noch ein netter Begriff, der die Sehnsucht nach weniger digitaler Abhängigkeit beschreibt: "iBreak". Das ist mal eine Pause vom „i-Wahn“also keine Emails, Apps, Statusreports checken, weg mit iphone und ipad und sich wieder mit der realen Welt verbinden. "Digital Detox" ist ein alternativer Begriff oder "Digital Sabbatical". Es ist schon erstaunlich, wie viel wir darüber reden, dass wir uns von Handy, Tablet & Co entwöhnen wollen und sollen und wie wichtig es ist, abzuschalten und wie selten wir es dann auch tatsächlich tun. Dass "Digital Detox" nicht funktioniert, das sagen auch Neurowissenschaftler. Aber die Begrifflichkeiten wecken definitiv unsere Aufmerksamkeit - im Netz.

pssst… popups erscheinen regelmäßig auf Instagram und diesem Blog. Es sind Stories, Memes und Minitrends - Themen, die aufpoppen und über die man spricht. Eine subjektive Sammlung für Storyteller und Campaigner in Marketing und PR, die auf der Suche sind nach Inspiration. Die Auswahl ist absolut subjektiv und ganz meine persönliche Meinung.

August 12, 2019

pssst...popup: "Bicycle Shed" - Redewendung



Schon mal gehört? Vielleicht von einem amerikanischen Kollegen*in? Mit „Bicycle Shed“ kann tatsächlich mal ein Fahrradschuppen gemeint sein, aber vielleicht geht es um etwas ganz anderes. Der "Bicycle Shed" hat sich zum symbolhaften Ausdruck entwickelt, der beschreibt, wenn jemand kleine, unwichtige Details betont, um vom eigentlichen, großen Problem abzulenken. C.N. Parkinson beschrieb das schön in seinem Buch 1957 "Parkinson´s Law": ein Ausschuss, der eigentlich über den Bau eines Kernkraftwerkes diskutieren sollte, hielt sich die meist Zeit damit auf, über die Unterstellplätze für die Fahrräder der Mitarbeiter zu sprechen - den "Bicyle Shed" eben.

pssst… popups erscheinen regelmäßig auf Instagram und diesem Blog. Es sind Stories, Memes und Minitrends - Themen, die aufpoppen und über die man spricht. Eine subjektive Sammlung für Storyteller und Campaigner in Marketing und PR, die auf der Suche sind nach Inspiration. Die Auswahl ist absolut subjektiv und ganz meine persönliche Meinung.

May 23, 2019

"Was Sie schon immer über Imagefilme wissen wollten, aber sich nicht zu fragen trauten“ – ein Filmseminar für Einsteiger


Video, Video, Video … Unternehmenskommunikation, PR, Marketing und Onlinekommunikation – sie alle wollen Bewegtbild. Film wird zum wichtigsten Kommunikationsinstrument – ganz gleich ob als „snackable“ Content in 6 Sekunden oder einer Minute, als Kurzformat mit drei bis acht Minuten oder als Langformat von 20 bis zu 40minütigen Dokumentarfilmen. Und auch in der internen Kommunikation setzten sich immer häufiger Topmanager und Führungskräfte vor die Kamera, um ihre Teams zu erreichen. Laut Cisco wird der Internettraffic im Jahr 2020 zu 80% durch das Up- und Download von Videos bestimmt werden. Das heißt für alle Kommunikationsprofis: Film, Film, Film – fit werden in visuellem und filmischem Erzählen.

Vom Textprofi zum Filmexperten


Doch wie sieht die Realität aus? Viele Marketeers und PRler sind Textprofis - versiert im Umgang mit Worten und Argumenten. Im Umgang mit Storylines, Storyboards, Kamera, Filmschnitt, Color Grading oder Motion Graphics fehlt aber die Erfahrung. Und wenn Auftraggeber nach Film fragen, dann wagen sich viele mit Halbwissen in das Beratungsgespräch und versuchen die wichtigsten Fragestellungen zu umschiffen. Dabei ist gerade das erste Gespräch und das Briefing zu einem Film ganz entscheidend. Und man braucht kein Filmprofi ein, um die neuralgischen Punkte einer Story und der Filmproduktion im Blick zu behalten. Man muss sich nur trauen, zu fragen.
  • Wie sieht das perfekte Briefing für einen guten Imagefilm aus?
  • Wo kommt der Stoff für gute Corporate Stories her?
  • Was ist der „Magic Moment“ eines Filmes und welches Momentum macht ein Video so besonders?
  • Wie präsentiert man eine Filmidee überzeugend – einem Publikum, das filmunerfahren ist?
  • Was kostet ein Film und was sind die versteckte Kostentreiber?
Natürlich kann man sich zu diesen Fragestellungen im Netz einiges an Rat holen. Philipp Lenner, Filmemacher bei Lang&Lenner verrät zum Beispiel einige Tricks in seinem Blogbeitrag: „Das richtige Briefing – oder Was kostet denn ein Imagefilm?“ bei newsaktuell.

Und viele tolle Tipps rund um Filmproduktion und auch Kostendetails gibt es für die Leser von filmpuls, einem schweizer Onlinemagazin, das wir euch hier sehr ans Herz legen.

Frag doch!


Aber den besten Lern- und Trainingseffekt hat man erst, wenn man Profis direkt befragen kann. Wenn man seine ganz eigenen Themen, Erfahrungen und Projekte besprechen kann – mit Trainern, die wissen von was sie sprechen, da sie selbst schon in der Situation waren.

Daher freut es uns sehr, dass die letzten Teilnehmer unseres Seminars „Frau Maier, wir brauchen Bewegtbild“ so begeistert sind. Denn genau das ist unser Anspruch: Hilfe zur Selbsthilfe zu geben. Berater und Kommunikationsprofis zu befähigen, souveräner in die nächste Kreativsession oder Budgetverhandlung rund um Film, Corporate- und Brand Storytelling zu gehen.

Und darüber hinaus, mehr Spaß am Produkt „Image- und Corporatefilm“ zu haben und letztendlich besser Filme zu machen. 

Und das sagen unsere Seminar-Teilnehmer 


Zum Beispiel Jörg Lenuweit, Content Stratege der Agentur Archetype: „Sehr gute Veranstaltung - kann das Seminar nur empfehlen.“

Und auch seine Chefin, Birgit Heinold, Managing Director Archetype Munich, empfiehlt unser Seminar gerne weiter: „Content Strategist Jörg Lenuweit kam glücklicherweise gesund und munter und mit vielen neuen Impulsen aus dem letztjährigen Film-Seminar zurück, absolut empfehlenswert!“

Auch Sascha Tobias von Hirschfeld, Content Architect und Autor des Bestsellers „Lean Content Mangement“ war begeistert: „Kann ich sehr empfehlen - viel Inspiration für kleine und große Budgets“

Und Nathalia Traxl, Kreative und ehemalige Content Managerin bei d.tales, war inspiriert und begeistert. Sie machte gleich ein Interview mit uns zum Thema:
https://pr-blogger.de/2018/02/07/herr-maier-wir-brauchen-einen-imagefilm-was-kunden-wollen/ 

Und jetzt?


Wollt auch ihr euer Wissen rund um Storytelling, Video- und Filmproduktion verbessern und auffrischen? Wollt ihr endlich mal fragen, was ihr bisher noch nie zu fragen wagtet? Dann streicht euch Freitag, den 28. Juni, 13 bis 18.30 Uhr dick im Kalender an. Da findet das nächst Seminar und der nächste Workshop „Frau Maier, wir brauchen Bewegtbild“ in München statt. Fünf Stunden Inspiration und geballtes Wissen mit Philipp Lenner und Petra Sammer warten auf euch. Ihr wolt mehr Infos? Dann bitte hier entlang: https://langundlenner.de/fraumaier/

May 21, 2019

pssst... Trends, Memes, Stories der Woche: Papier, Puzzling, SJN, StoryTeller


Wer liest, lernt besser

Es gibt Leseforschung. Tatsächlich. Das sind Kommunikationswissenschaftler, die erforschen, wie wir Texte am besten wahrnehmen und lernen. Pablo Delgado ist Leseforscher an der Universität Valencia und er konnte anhand einer Meta-Analyse nachweisen, dass Lesen auf Papier wesentlich effizienter ist als Lesen am Bildschirm. Beim Lesen auf Papier lassen sich die Rezipienten länger Zeit und vertiefen dadurch das Gelesene besser. Es schafft ein tieferes Verständnis der Materie. Und die Studie scheint genau das zu sein, auf was viele Wissenschaftler warteten. Denn über 130 Kommunikationswissenschaftler haben bereits zu der Studie Stellung bezogen und die sog. „Stavanger-Erklärung“ zur Zukunft des Lesens unterschrieben. Darin plädiert die Initiative „Evolution of Reading in the Age of Digitalisation“ (E-READ) für mehr Forschung rund um die Auswirkungen von digitalem Lesen. Wir werden also sicher noch mehr von der Leseforschung hören.

Puzzling - Auf der Suche nach dem passenden Stück

Schnell, schnell, schnell. Hier ein „Like“, da ein „Daumen hoch“. Überall reagieren wir schnell auf Informationen, dabei haben wir sie meist gar nicht richtig gelesen. Ich gebe es selbst zu … oft liest man nur die Überschrift und verlässt sich drauf, dass der Text danach schon stimmen wird und ähnlich smart ist, wie die Headline verspricht. Kommunikationswissenschaftler beobachten diese Art der Rezeption mit Sorge. Wir leben in einer Welt der Skalierung und Fragmentierung und die Informationshappen, die wir aufnehmen, werden immer kleiner. Wissenschaftler nennen diese Art der stückweisen, geistigen Auseinandersetzung „Puzzling“ – im Gegensatz zu „Thinking“.
„Puzzling“ beschreibt das Zusammensetzen eines Weltbildes aufgrund unzähliger kleiner Bruchstücke und Kurzeindrücke (im Gegensatz zu tiefem Nachdenken und ausführlicher Analyse). Gefahr sehen Wissenschaftler vor allem dran, dass wir Ideen und Gedankengänge, die nicht mit den uns eigenen übereinstimmen, keine Zeit mehr schenken und ignorieren, da sie nicht zu unseren anderen „Puzzlestücken“ passen. „Puzzling“ verhindert, dass wir neue Zusammenhänge erkennen oder komplexe, neuen Gedankengänge nachvollziehen. Einher damit geht die These von Franklin Foer, der in seinem Buch „World without Mind – The Existential Threat of Big Tech“  vor der Harmonisierung der Information und Automatisierung des sozialen, intellektuellen und politischen Lebens warnt. Alle denken also mit der Zeit das Gleiche. Und der Philosph Michael Patrick Lynch geht sogar in seinem Buch „The Internet of Us: Knowing More and Understanding Less in the Age of Big Data.“ sogar noch weiter und verneint, dass wir die vielen Daten, die wir zur Verfügung haben in sinnvolles Wissen umwandeln. Wenn Sie also auf der Suche nach einem Puzzlestück sind, das Ihnen gerade ins Bild passt, dann lesen Sie doch, was Adrian Lobe in seinem lesenswerten Artikel  zu sagen hat.

SJN – Solution Journalism

SJN steht für Solution Journalism Network und noch vor einem Jahr interessierte sich niemand für das Angebot der ehemaligen NYT-Journalisten und deren Workshops. Heute rennen ihnen Journalisten und Medien die Bude ein, denn jeder ist interessiert an dieser neuen Form des Journalismus. Ein Journalismus, der nicht nur aufdeckt und hinterfragt, sondern auch positiv nach vorne blickt und Lösungen anbietet. Anschieber war Donald Trump. Denn eine Studie der Rand Foundation konnte nachweisen, dass Menschen, die sich machtlos fühlen, eher Trump wählen. Wer aber Lösungen sieht, wählt anders. Daher legte SJN den journalistischen Fokus nicht mehr so stark auf die Probleme, sondern auf Lösungen und Handlungsoptionen. Chefredakteurin Tina Rosenberg sieht viel Potenzial in lösungsorientiertem Journalismus – auch finanziell. „Studien zeigen, dass lösungsorientierte Reportagen nicht die Klickzahlen, aber die Verweildauer auf der Seite um 10 bis 20 Prozent erhöhen, dass sie Leserbindung und Glaubwürdigkeit stärken.“ So Bornstein in der SZ.


StoryTeller / Food Art – viel zu schön zum essen

Marie Sophie Hingst zaubert aus Brot, Wurst und Senf schon mal schnell eine VanGogh-Bild auf dem Teller. Und diese Food Art hat sie so gut und oft gemacht, dass es dazu jetzt auch ein Buch gibt. Mit dem schönen Titel „Kunstgeschichte als Brotbelag“  - Muss man einfach zum Fressen gern haben.



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May 15, 2019

pssst... Trends der Woche: Beichte, Unboxing, Stories für Manager, Instagramisierung


“Ich bekenne mich schuldig … öffentlich“

Der Filmwissenschaftlerin Nathalie Weidenfeld ist etwas Interessantes aufgefallen: groß im Trend ist jetzt das Beichten. Ja, richtig gehört. Man entschuldigt sich mehr und mehr in der Öffentlichkeit und gesteht seine Fehler ein. Nicht nur Privatpersonen tun das, sondern auch Manager, Politiker und Prominente. Spannend ist, dass Weidenfeld eine Parallele zu den Puritanern des 17. Jahrhunderts zieht, denn damals wurden Gläubige angehalten, in der Kirche, vor der ganzen Gemeinde, ihre Sünden zu beichten. Die Beichte war nicht nur Erlösung für den Büßer (und eine riesen Schau für die Zuhörer), „die Entäußerung des Selbst vor der Gemeinde wurde damit belohnt, dass der Bekennende daraufhin als vollwertiges Mitglied der Gemeinde aufgenommen wurde,“ so Weidenfeld in der SZ.

Und die Wissenschaftlerin bemerkt auch, dass die Puritaner ihre helle Freude an Facebook und Co. gehabt hätten – so viel Bekenntnis, wie sich dort findet. Sie fordert daher ein „Recht auf Opakheit“, ein Recht auf „Geheimnisse“. Denn Menschen sollten nicht daran gemessen werden, wieviel sie bereit sind von sich „preiszugeben“, sondern sollten auch das Recht haben, „etwas zurückzuhalten“.

Jetzt wird ausgepackt

Und zwar wortwörtlich. Es ist zwar schwer zu verstehen, aber es gibt jede Menge Menschen, denen es gefällt, wenn andere – vor laufender Kamera – etwas auspacken. „Unboxing“ nennt man das. Und man kennt das Phänomen eigentlich vom Kindergeburtstag. Da war schon immer diese Spannung, die unter dem Geschenkpapier lag – daher galt: Schleife abzerren und Papier aufreißen. So brutal sind Unboxing-Videos auf YouTube nicht, denn schließlich geht es nicht so sehr um den Überraschungseffekt, sondern viel mehr um die Beurteilung des Inhaltes. Denn was der Paketbote gebracht hat, wird nun auf Herz und Nieren geprüft. Am erfolgreichsten dabei sind Kids. Vielmehr ein Kind, nämlich Ryan. Der Siebenjährige hat 18 Millionen Follower auf seinem YouTube Kanal „Ryans Toy Review“ und er darf regelmäßig Spielwaren, Kinderklamotten und jede Menge Schnickschnack auspacken, probespielen, probeanziehen und was sonst seine Fans noch sehen wollen.
Laut Trendforscherin Adrienne Appell ist „Unboxing“ der größte Spielzeugtrend der letzten zwei Jahre  und daher produziert die amerikanische Spielwarenindustrie jetzt auch eigenes Spielzeug, das sich „unboxen“ lässt. Das sind zum Beispiel bunte Kuscheltierhunde, die man erst auswickeln muss, um sie zu entdecken, oder Blumenkinder, die ihre Farbe wechseln, wenn man die Box öffnet. Und überall wimmelt es an Bällen, Schächtelchen und Eiern, die eine Überraschung bergen. Nun ja werden Sie sagen, das ist doch das gute alte „Ü-Ei“. Richtig. Aber jetzt müssen Sie das nur noch laufender Kamera und vor einem Millionenfachen Publikum aufmachen und essen.

Storytelling für Führungskräfte

Über 15.000 Personen haben sich das Online-Training „Storytelling für Führungskräfte“ auf LinkedIn angesehen. Das Interesse an der Kommunikationstechnik des Storytellings reißt also nicht ab und immer mehr Manager und Teamleiterinnen entdecken es sogar für sich selbst, um den eigenen Auftritt vor Kollegen, Kunden und Stakeholdern zu verbessern. Wie gut sind Sie im Geschichten erzählen und emotionalen präsentieren? Interesse an ein paar Tipps und Tricks, wie Sie Ihre nächste Rede, Interview oder Präsentation merkfähiger und aufmerksamkeitsstärker gestalten können? Dann clicken Sie bei LinkedIn rein oder schreiben Sie mir eine email.

Instagramisierung – Städte, Hotels, Shops … nur um ins Bild zu kommen

L.A. war sicher eine der ersten Städte, die den Trend erkannt hatte. Um Touristen heute in die Stadt zu locken, muss man was bieten. Für Instagram. Also wurden Strassenkünstler bemüht, um richtig Farbe zu geben und Orte zu schaffen, damit man vor bester Kulisse das knallige Selfie machen kann: Die Liebewand in Culver City, die Herzchentreppe in Silver Lake und die Engelsflügel an der Wand in Venice Beach. Auf der Melrose Avenue muss durchaus auch mal ein Polizeibeamter einschreiten, um die Jugendlichen zu koordinieren, die alle ein Selfie schießen wollen. Und auch Hotels gestalten ihre Innenräume schon lange nicht mehr nur, um Gastfreundschaft zu demonstrieren. Wer schon mal bei 25hours übernachtet hat, der weiß, dass man ein Hotel durchaus auch Instagram-gerecht gestalten kann (obwohl das laut Christoph Hofmann, Mitbegründer der Hotelkette, ursprünglich gar nicht die Intension war). Und auch manche Modekollektion von Prada bis Gucci ist vom Instagram-Virus erfasst. Denn dort widmet man sich verstärkt wieder den Accessoires, die oberhalb Brusthöhe zum Einsatz kommen (Tücher, Hüte, Creolen, Blusenausschnitte) … also allem, was beim Selfie noch zu sehen ist.

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May 07, 2019

Hilfe! Marketingprofis brauchen dringend Hilfe - beim Storytelling



42 Prozent der Marketeers scheitern daran, aus langweiligen Unternehmensinhalten interessante Geschichten zu machen. Storytelling ist eine Schlüsselqualifikation des Marketings, aber laut eigenen Angaben brauchen die Kommunikationsprofis dringend Hilfe. Zu diesem Ergebnis kommt die Umfrage des amerikanischen Weiterbildungsunternehmens Lawrence Ragan Communications, das aktuell 576 Marketingfachleute nach ihren größten Herausforderungen für die Kommunikationsarbeit befragte. Ok, das gilt also nur für USA, oder? Mitnichten. Auch das Deutsche Institut für Marketing sieht Nachholbedarf.

Schulbankdrücken Marketeers!


Die Ergebnisse dieser Umfragen scheinen eindeutig, doch ist auch ihr Zweck schnell erkennbar: hier sollen Storytelling-Seminare gebucht werden. Grundsätzlich ist nichts dagegen einzuwenden, wenn sich Marketingprofis weiterbilden und neben der Preis- und Produktgestaltung, der Distribution und dem Management von Kommunikationskanälen auch noch um die unterhaltsamen Inhalte kümmern. Und gewisse Grundlagen des Storytellings sind auch absolut erforderlich, wenn man die Technik erfolgreich einsetzen will.

Aber ich will an dieser Stelle auch einmal eine Lanze brechen für die wahren Storyteller. Für die, die das schon immer machen und die damit sogar – mehr oder weniger – ihr Geld mit verdienen. Gemeint sind damit Journalisten, Romanautoren, Dramaturgen, Theatermacher, Drehbuchschreiber, Regisseure und Filmproduzenten. Ganz besonders ans Herz legen möchte ich Ihnen aber Dokumentarfilmer und -filmerinnen.

Kreative mit unverstelltem Blick


Dies sind Kreative mit einem unverstellten Blick. Sie können nicht nur Geschichten gut erzählen, sondern ganz neue Perspektiven aufzeigen. Und genau diese neuen, frischen Perspektiven suchen wir doch für Marketing und Unternehmenskommunikation.

Wenn Sie Marketeer oder Unternehmenskommunikator sind, dann belegen Sie gerne ein Storytelling-Seminar. Sie werden Vieles lernen, das sich weit über Marketing hinaus nutzen lässt. Vor allem aber suchen Sie die Nähe zu Dokumentarfilmern. Denn wenn es darum geht, Unternehmensinhalte in neuem Licht darzustellen – sind diese Kreativen weit erfolgreicher als jedes Seminar Ihnen bieten kann.

Doch einen Haken hat die Sache. Unglücklicherweise sind dieses Dokumentarfilmer nicht einfach in der Handhabe. Sie sind äußerst skeptisch – ganz besonders gegenüber profitorientierten Unternehmen und Erfolgsmarken. Kein Wunder, denn der kritische Blick hinter die Kulissen ist Teil ihres Berufsethos. Und das macht den Kontakt zu Unternehmenskommunikation und Marketing nicht unbedingt einfacher.

Frischer Wind in der Marketingabteilung


Aber gerade das sehe ich als Chance. Und ich hoffe, ich kann sowohl Unternehmen als auch Dokumentarfilmer und -filmerinnen davon überzeugen, häufiger aufeinander zuzugehen. Denn schon eine ganze Weile ist ein frischer Wind in den Marketingabteilungen spürbar. Da ist man auf der Suche nach authentischen, echten, unverstellten Stories. Auf der Suche nach kreativen Geschichten mit neuen Blickwinkeln. Und genau das ist es, was der Dokumentarfilm zu bieten hat. Man muss ihn (und sie) nur machen lassen.

Also, reden wir miteinander. Wann und Wo?

Zum Beispiel auf dem DOK.fest in München. Im Rahmen des DOK.forums diskutieren wir genau dieses Thema unter dem Titel „PLAYGROUND DOCUMENTARY-DOCUMENTARY FOR CORPORATE STORYTELLING-CURSE OR BLESSING?“ – Wir sehen uns hoffentlich a11. Mai um 14 Uhr in der HFF. Mehr Infos hier


Oder aber Sie kommen am 6. September zur Storytelling-Konferenz Plot19 – ein ganzer Tag vollgepackt mit Tipps und Tricks rund um Storytelling & Bewegtbild. Mehr Infos unter www.whattheplot.com. Ich freue mich auf Sie.

May 06, 2019

pssst.... Trends of the week: Roblox, Kuratiertes Streamen, Storybooks und Henry



Roblox ist ein Computerspiel. Oder doch nicht?

Eigentlich ist es kein Spiel, sondern eine Game-Plattform und sie ist bei Kids so erfolgreich, dass Lego und Minecraft einpacken können. Schon 2017 verbrachten unter 13jährige auf Roblox mehr Zeit als auf YouTube. Was die Kids fasziniert? Das gleiche, wie bei Lego und Minecraft: man kann was bauen. Aber eben keine Türmchen, sondern Computerspiele. Und zwar kinderleicht. Und weil das so einfach ist, programmieren Millionen von Kindern ihre eigenen Spiele. Angeblich bauen von den 90 Millionen Spielern weltweit über vier Millionen User selbst - über eine Million Spiele pro Monat! Die über 60 Millionen Spiele sind zwar einfach, aber machen Spaß … man kann seine eigene Pizza bauen, Brot backen, Handwerkern – Jump und Run ist der Klassiker. Entscheidend ist aber gar nicht sosehr die Art des Zeitvertreibs, sondern wie Roblox Kinder an Computer heranführen. Jeder wird hier zum Programmierer. 

Kein Durchblick mehr am Film- und Serienmarkt? Streamingdienste kuratieren jetzt

Netflix, Amazon Prime, HBO, TNT, YouTube Red, Sky, Telekom Magenta, Disney, Apple … es wird kompliziert. Wer es sich am verdienten Feierabend auf dem Sofa bequem macht und einfach nur einen guten Film ansehen will, der hat die Qual der Wahl und die Auswahl wird immer größer. So endet schon mal ein Filmabend, den man sich gemütlich und entspannt vorgestellt hatte, in einer frustrierten Suche nach der perfekten Serie oder dem ultimativen Filmerlebnis und endet mit einer Menge angerissender Filmschnipsel, ohne sich entscheiden zu können. Und weil wir so frustriert sind, kommen jetzt noch einige weitere Streamingdienste dazu. Die aber Abhilfe versprechen. Mubi zum Beispiel. Gründer Efe Cakarel verspricht kuratierte Inhalte von hoher Qualität. Ohne Qual der Suche, denn jeden Monat wird ein anderer Film vorgestellt. Und dazu gibt es auch ein erstklassiges Online-Filmmagazin: „The Notebook“ - Absolutes Abo-Muss für Filmfans

Storytelling, echt jetzt?

Wer Storytelling nicht nur als Buzzwort verwenden will (was natürlich legitim ist, denn jeder spricht jetzt über Storytelling), der sollte sich schlau machen, was wirklich hinter der Kommunikationstechnik steckt. Und zwar mit ein paar Büchern. Empfehlen möchte ich Paul Smith: Lead with a Story, Annette Simons: The Story Factor  und Petra Sammer: Storytelling – in der zweiten, überarbeiteten Auflage. 

Henry, Oh Henry

Also auf Platz eins der beliebtesten Vornamen in Deutschland stehen keine Überraschungen. Wieder sind es Traditionalisten und zwar „Marie“ und „Paul“. Und weiter geht es dann auch nach bewährtem Muster. Wir kennen das schon, denn in Deutschlands Kindergärten wimmelt es nur so von „Sophies“, „Marias“, „Sophias“ und „Emilias“. Und die beliebtesten Jungsnamen sind laut Gesellschaft für deutsche Sprache https://gfds.de/vornamen/beliebteste-vornamen/ nach „Paul“ eben „Alexander“ und „Maximilian“. Aber gerade bei den Jungs lassen sich Zeitgeist und Sehnsüchte der Muttis ganz gut ablesen, denn da stehen auch „Elias“ und „Ben“ ganz oben auf der Liste. Aufhorchen ließ jetzt aber „Henry“, der einzige Neuzugang unter den Top 10. Und Deutschland stellt sich schon die Frage, wem man das wohl zu verdanken hat.


pssst… popups erscheinen regelmäßig auf Instagram und diesem Blog. Es sind Stories, Memes und Minitrends, über die man aktuell spricht. Eine subjektive Sammlung für Storyteller und Campaigner in Marketing und PR, die auf der Suche nach Inspiration sind. Die Auswahl ist absolut subjektiv und ganz meine Meinung.

April 30, 2019

Auf den ersten Blick: Visual Storytelling im UPLOAD Magazin


2014 veröffentlichte die New York Times einen Artikel von Katherine Rosman, in dem die Journalistin der Faszination von Instagram nachging. Rosman interviewte dafür Jugendliche, die diese Plattform intensiv nutzten. Vor das Mikrofon bekam sie eine neue Generation. Eine Generation, die der neue Hoffnungsträger der Marketingindustrie ist.

Diese jungen Erwachsenen, geboren um 1995, sind mit Social Media großgeworden und haben sich eine ganz eigene Art der Kommunikation angewöhnt. Auf die Frage, welche Rolle Bilder oder Texte für sie spielen, bekam Rosman die Antwort „Words – they are so Generation Y“ – Worte, das ist doch so was von vorgestern.

Generation Z – die heute schon eine wichtige Konsumentengruppe ist und die als junge Mitarbeiter derzeit überall in Unternehmen eintreten – schreibt keine SMS, sie kommuniziert mit Emojis, Snaps und Stories. Sie sucht Informationen nicht bei Google, sondern in Videos auf YouTube. Ihre Tagebücher sind keine Poesiealben oder Blogs, stattdessen werden Wünsche und Sehnsüchte in Fotos und Selfies auf Instagram und TikTok festgehalten.


Wer glaubt, dass es sich hier um eine vorübergehende Phase selbstverliebter Jugendlicher handelt, die null Bock auf Text haben, der irrt. Der Visual Turn ist Symbol eines Paradigmenwechsels, einer radikalen Veränderung des Kommunikations- und Informationsverhalten, an dem Marketing und PR nicht vorbeikommen.

„Show, don’t tell“: 

Aber die Abkehr von Text und Hinwendung zu Bild ist nicht nur ein Zeichen dieser jungen Generation. Längst schon habt sich ein Großteil der Kunden, Mitarbeiter und Stakeholdergruppen von Unternehmen und Marken an einen hohen Grad der Visualisierung gewöhnt und fordert ihn sogar ein.

Marketing, das auf textlastige Nachrichtenwerte und rationale Kommunikation vertraut, wird wirkungslos.

Denn die Aufmerksamkeitsspanne und das Aufnahmevermögen vieler Zielgruppen ist erschöpft. Marketing, das auf textlastige Nachrichtenwerte und rationale Kommunikation vertraut, wird wirkungslos.

Bildstarker und emotionaler Kommunikation gelingt es dagegen – trotzt Informationsüberlastung und Content-Schock – zu Kunden durchzudringen. Wer Rezipienten erfolgreich erreichen will, muss in der Lage sein, relevante und emotionale Geschichten visuell attraktiv zu erzählen.

Eine neue Sprache lernen: die Grammatik der visuellen Kommunikation

Um sich nun mit den Erfolgskonzepten des visuellen Storytellings vertraut machen, gilt es zunächst einmal „gut hinzusehen“. Denn die Kunst des Beobachtens ist ganz entscheidend für visuelle Erzähler.

Wir nehmen die Welt durch unsere Augen wahr. Aber wir sehen und erkennen sie mit unserem Verstand. Der Medienwissenschaftler Malcolm Gladwell hat diesen Zusammenhang zwischen Wahrnehmung und Beurteilung in seinem Buch „Blink“* eindrücklich beschrieben. Seiner These zufolge werden die meisten Entscheidungen bereits in den ersten zwei Sekunden getroffen – „in the blink of an eye“ – also während eines Wimpernschlags. Und oft sind diese unbewusst und intuitiv getroffenen Entscheidungen richtig.

Laut Gladwell ist das Gehirn in den ersten Augenblicken in der Lage, aus der Vielfalt der Informationen genau die herauszuschneiden, die für eine Entscheidung am wichtigsten sind. Je länger der Moment der Entscheidung jedoch anhält, desto mehr verlieren wir die Fähigkeit der Selektion.

Gladwells Plädoyer: Wir sollten auf das sogenannte „schnelle Denken“, den „ersten Blick“, vertrauen und häufiger dieser Intuition folgen.

Wie das Gehirn Bildinformationen wahrnimmt und verarbeitet

Im Marketing und in der Unternehmenskommunikation kennen wir die Bedeutung des „ersten Eindrucks“ sehr genau. Umso entscheidender ist es, dass das Material, das wir unserer Zielgruppe präsentieren, auf den ersten Blick funktioniert. Und damit das funktioniert, ist es wiederum entscheidend, dass man die Regeln beachtet, nach denen das Gehirn Bildinformationen wahrnimmt und verarbeitet. ...

Den ganzen Beitrag und noch viel mehr zum Thema "Visual Storytelling" finden Sie im UPLOAD Magazin Nr. 70 "Das visuelle Web"

April 29, 2019

pssst... Trends der Woche: Free Hugs, Bibliotheken, Frau Maier und Yellow


Don´t hug me – die berühungslose Gesellschaft

Jetzt tritt er also doch an: Joe Biden. Der Demokrat, den viele nur als den spaßigen Vizepräsidenten an der Seite von Barack Obama kennen, will nun selbst in den Ring steigen und bei den nächsten Präsidentschaftswahlen in den USA gegen Donald Trump antreten. Dabei wäre er fast gestrauchelt. Gestrauchelt über eine Berührung, die nicht mehr zeitgemäß ist. Dem 76jährigen fällt es auch schwer zu akzeptieren, dass sich die Zeiten extrem geändert haben und es heute einfach nicht mehr ok ist, wenn man eine junge Frau freundlich herzt und dafür in den Arm nimmt, oder einfach mal die Schultern massiert - als aufmunternde Geste. Violetta Simon hat diesen Zeitgeist in ihrem Artikel in der Süddeutschen Zeitung passend betitelt mit „Anfassen verboten – Berühren erlaubt“. Denn es ist kompliziert geworden in einer Zeit, in der jede Form von Berührung als übergriffig gewertet werden kann und in der wir uns trotzdem so sehr nach Nähe sehnen. Kuschelparties sind populär und auch die Free-Hug-Szene wächst mehr und mehr. Und doch wird der zwischenmenschliche Verkehr schwierig. Die Buchautorin Elisabeth von Tadden hat dies in ihrem Buch „Die berührungslose Gesellschaft“ sehr gut zum Ausdruck gebracht. Hoffentlich gelingt es bald, diese Verkrampfung wieder zu lösen und wieder zu einem entspannteren Miteinander zu kommen – sonst müssen wir uns nämlich ganz andere Kanäle suchen, um unsere Sehnsucht nach Sinnlichkeit und Haptik zu stillen.

Ab in die Bibliothek ... und endlich Ruhe

Wie kann es sein, dass Bibliotheken im Trend liegen. Es werden doch immer weniger Bücher gelesen und da alles online zur Verfügung steht, muss man sich doch gar nicht mehr zu einem Ort hinbewegen, in dem alles fein säuberlich und penibel in Reihe und Glied im Regal steht, wo man nicht sprechen, nicht telefonieren und eigentlich auch nicht fotografieren darf. Hat so ein Ort heute überhaupt noch eine Zukunft? Oh ja. Denn Bibliotheken sind beliebter denn je. Die Bücher gehen zwar, aber die Menschen kommen. Die Bibliothekare räumen zwar immer mehr Flächen frei und schweren Herzens werden ganze Abteilungen aufgelöste – denn tatsächlich so Dinge wie Ratgeber oder Nachschlagewerke besser im Netz zu finden. Doch jeder Meter, den sie an Regalfläche freigeben, wird von Menschen gefüllt, die mal ungestört lesen, arbeiten oder gar nur nachdenken wollen. Die Orte sind so beliebt, dass sich die Öffnungszeiten ausweiten und man auch auf ganz neue Nutzungsmöglichkeiten kommt wie etwa das Vernetzen von Menschen, die gleiche Interessen teilen oder das sich gegenseitige Helfen – sei es bei den Hausaufgaben oder gar nach der Recherche für ein längst verschollen geglaubtes Buch.

Frau Maier, wir brauchen Bewegtbild – Ein Basis-Seminar

Philipp Lenner und Petra Sammer machen es wieder. Wieder kommen sie mit dem Basis-Seminar „Frau Maier, wir brauchen Bewegtbild“, bei dem Einsteiger aus Unternehmen und Agenturen, aber auch Freelancer die wichtigsten Aspekte zum Thema Film und Storytelling erfahren. Teilnehmer der letzten Seminare waren begeistert – also gibt es eine Fortsetzung der Serie. Der nächste Termin ist der 28.Juni von 13 bis 18.30 Uhr. Ort ist in München. Und mehr Infos gibt es mit nur einem Click.


Gen Z Yellow – bitte bitte noch ein Weilchen

Die Millenials hatten pink. Die Generation Z hat Yellow. Schon 2018 schrien es die Scouts von allen Dächern: Gelb ist die Farbe der neuen Generation. Auch wenn „Gen Z Yellow“ nur schwer über die Lippen geht. Der Sonnenschein, den die knallige Sommerfarbe ausstrahlt, galt für den ewigen Sommer 2018. Doch ob das auch nach dem Hitze-Dauerbrenner Ende des Jahres und den ersten zu warmen Frühlingstagen für 2019 taugt? Eigentlich ist es ja eine wunderbare Farbe, aber ob die Generation, die jetzt Freitags immer for Future streikt, auch in diesem Jahr noch den Optimismus für das sonnige Gelb aufbringt, wird sich zeigen.

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April 23, 2019

pssst ... Trends der Woche: DAU/MAU Ratio, Rabit Holes, Leadership-Storytelling und Ad Intelligence



Dau/Mau Ratio – zwei KPIs, die man einfach kennen muss


Täglich werden weltweit an die 500 Mio. Apps runtergeladen. Klingt viel, sagt aber nix aus, denn die meisten werden nur einmal benutzt und dann wieder gelöscht oder vergessen. Daher ist die Erfolgsmessung über Downloads recht unsinnig. Aussagekräftiger sind da wohl DAU und MAU und daher sind die beiden KPIs derzeit Social-Media-Experts Liebling: Dau bedeutet „Daily Active Users“ und das sind die täglich aktiven (Unique)-Nutzer einer App. Jeder Nutzer wird nur einmal pro Tag gezählt. MAU („Monthly Active Users) zählt die monatlichen Besucher. Entscheidend für App-Entwickler aber das Verhältnis zwischen DAU und MAU, die DAU/MAU-Ratio oder wieder Amerikaner sagt, die „Stickiness“. Erstrebenswert ist eine DAU/MAU über 50 Prozent. Facebook landet bei 64 und Tik Tok hat zum Beispiel eine DAU/MAU ratio von 1 zu 57% - das ist ziemlich gut. Angeblich bleiben die User auch bis zu 52 Minuten an den 15sekündigen Videos hängen.


Rabit Hole – get lost


Das Kaninchenloch ist nicht nur ein Fachbegriff für Literaturfans, die vor allem auf Lewis Carroll stehen und sein Buch „Alice im Wunderland“ verschlungen haben. Es ist auch ein Fachbegriff, den Online- und Social-Media-Profis gerne nebenbei fallen lassen. Gemeint sind damit „Einstiegslöcher“ ins Internet, die dazu führen, dass man sich stundenlang dort aufhält, surft und browsed, die Zeit vergisst und sich gnadenlos verzettelt. Wie Alice, so gelangt auch der unbedarfte Internet-User über bestimmte Webseiten in die „Wunderwelt“ des Internets, immer tiefer und tiefer hinein und findet dort immer absonderlichere Dinge. Für Webseiten-Designer ist es schon mal erstrebenswert die eigene Seite oder App als „Rabit Hole“ zu gestalten, verführen sie doch zum Einstieg und Umschauen. Für alle User, die es eilig haben und die es pragmatisch wollen, sind Rabit Holes ein Graus. Und selbstverständlich gibt es auch Sammlungen über diese Einstiegslöcher. Hier sind die zehn Schlimmsten.


Leadership-Storytelling: Führungskräfte sollten mehr Geschichten erzählen


Das auch Manager und Führungskräfte von Storytelling als Kommunikationstechnik profitieren können und dass die Kunst des Geschichtenerzählens sogar karriereförderlich ist, das erfahren Sie im Online-Training „Storytelling für Führungskräfte“ auf LinkedIn.


Advertising Intelligence – We will like what AI will like


Künstliche Intelligenz wird einen großen Einfluss auf unser Leben zukünftig haben. Die Anthroplogin Kathleen Richardson sieht die Gefahr aber gar nicht so sehr in der Bedrohung unserer Arbeitsplätze und der Automatisierung vieler Lebensbereiche. Sie warnt viel mehr, dass Künstliche Intelligenz unseren Geschmack und die Art, wie wir Kreativität und Ästhetik beurteilen, verändern werden. Ihrer Meinung nach werden wir uns sehr schnell an die von Computern produzierten Bilder, Musik und auch Texte gewöhnen – und unser Verständnis von Qualität wird sich dementsprechend anpassen. Daher warnt sie vor „Advertising Intelligence“, denn KI wird um uns werben und wir werden uns daran gewöhnen.


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April 15, 2019

pssst.... Trends der Woche: Petfluencer, Headlines, Glaubwürdigkeit, Insight Engines


Wenn Igel & Co zum Millionär werden – Petfluencer


Jetzt ist er tot. Der Dr. Pokees. Und 1,3 Millionen Instagramfollower weinen bittere Tränen, dass der kleine Igel dahingeschieden ist. Die Studientin Talitha Girnus aus Wiesbaden hatte ihn immer wieder süß in Szene gesetzt und es damit zu einem Schwergewicht unter den sog. „Petfluencern“ gebracht. Und mit dem Tod des Tieres eine ethische Diskussion ausgelöst, denn was machen, wenn das geliebte Tierchen, der Star im Instagram-Himmel, dahinscheidet. Pietätlos weitermachen und Bilder zweitverwerten oder nach dem Motto „Ruhe in Frieden“ den Account schließen und ein neues Tier suchen? Loni Edwards baute eine „Gedenk-Seite“ an ihre Bulldogge Chloe – und die 180.000 Follower sind fast alle geblieben. Darüberhinaus fällt auch ein Licht auf die Großverdiener der Tierwelt, denn so ein Petfollower mit über 150.000 Followern kann schon mal bis zu 1500 Euro für ein Foto verlagen, wenn das passende Hundefutter oder die Katzendecke der richtigen Marke in Szene gesetzt werden soll (laut Reachbird). Und auch nach dem Tod lässt sich trefflich verdienen. Angeblich ist die Seite des toten Dr.Pokee an die 100.000 Euro wert. Wenn sich denn ein Käufer findet.


Headlines – Wie schreibt man eine erfolgreiche Headline in Social Media Posts?


Diese Frage versuchen seit Jahren Texter und Marketeers in zahlreichen Studien zu beantworten. Wenn man sich das ganze Material durchsieht, lassen sich auf jeden Fall drei Ratschläge ableiten: 1. „Will make you“ und „This is Why” sind Bausteine der weltweit erfolgreichsten Headlines. Und daraus lässt sich schließen, dass alles, war sich irgendwie nach Ratgeber, Tutorial oder Hilfestellung anhört, erfolgreich läuft. 2. Zahlen, Zahlen, Zahlen … machen sich immer gut in Headlines. Und zwar in Ziffern dargestellt und nicht ausgeschrieben (wie man das mal im Deutschunterricht gelernt hatte). Am erfolgreichsten ist übrigens die Ziffer: 10. Und 3. Sollte man in Headlines irgendwie Emotionalität unterbringen. Emotionale Verben und Attribute wecken Aufmerksamkeit und sprechen die rechte, intuitive Gehirnhälfte an – Clickrate also hoch. Aber schauen Sie einfach selbst mal rein in die Studien.

Storytelling - Wie glaubwürdig sind Geschichten? 



Die Kommunikationstechnik „Storytelling“ ist in die Kritik geraten. Professorin Silvia Ettl-Huber, Kommunikationswissenschaftlerin an der Fachhochschule Burgenland, hat sich der Untersuchung der Wirkung von Storytelling im Corporate- und Marketingumfeld verschrieben und darüber aktuell ein Fachbuch publiziert, das aktuelle Forschung zu diesem Thema aufzeigt, aber auch Praktiker aus Marketing und PR zu Wort kommen lässt. Sehr lesenswert (auch mit einem Fachartikel von mir): Storytelling in Journalismus, Organisations- und Marketingkommunikation. Hrsg. Silvia Ettl-Huber, Springer Verlag, 2019. 

Insight Engine – Marktforschung wird wachgeküsst


In vielen Unternehmen liegt ein Schatz im Dornröschenschlaf und wartet darauf, wach geküsst zu werden. Es ist eine Abteilung, die noch viel zu selten die Wertschätzung erfährt, die ihr eigentlich gebührt. Die Rede ist von der hausinternen Marktforschung. Heute, wo mit Big Data so wertvolle Daten und Fakten erfasst werden können, ist dieses Team mitverantwortlich dafür, dass man den selbsterhobenen Schatz nun vergolden kann. Laut der i2020-Studie von Kantar gaben 67% der überdurchschnittlich erfolgreichen Unternehmen an, ihr Betrieb sei gut darin, unterschiedliche Datenquellen zu verlinken, zu vernetzen und auswerten. Bei weniger erfolgreichen Unternehmen stimmten dieser Aussage nur 34% der Führungskräfte zu. Wer also seine Marktforschung in eine „Insight Engine“ umgebaut hat und fähig ist, aus Daten wertvolle „Erkenntnisse“ abzuleiten, liegt vorne.

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Darf man Geschichten Glauben schenken? Über die Glaubwürdigkeit


Marketingkommunikation ist Persuasion, ist Überzeugungsarbeit. Und zu diesem Zweck werden unterschiedliche Formen und Techniken der Kommunikation eingesetzt. Storytelling ist eine davon. Doch wie "glaubwürdig" sind eigentlich die Geschichten, die im Dienste von Werbung und PR eingesetzt werden?

Dieser Frage gehe ich nach in einem Gastbetrag für Silvia Ettl-Hubers Sammelband "Storytelling in Journalismus, Organisations- und Marketingkommunikation". Ettl-Huber hat Kommunikationswissenschaftler aus vier Hochschulen (Hannover, Stuttgart, Berlin und Burgenland), sowie Praktiker zusammengetrommelt, um in einer Reihe sehr interessanter Artikel, Storytelling aktuell und kritisch zu hinterfragen. Das Buch ist gerade frisch erschienen im Springer VS Verlag. Hier eine Sneak Preview und Auszug daraus zum Thema: Wie glaubwürdig sind Stories in Marketing und PR? "... Antwort soll eine differenziertere Betrachtung des Begriffes „Glaubwürdigkeit“ geben. 

Über die Glaubwürdigkeit


(...) Der Medienwissenschaftler Marcus Reinmuth seziert den Begriff in seiner Dissertation über „glaubwürdige Unternehmenskommunikation“ in die beiden Teile „Glauben“ und „Würde“ und gibt damit eine treffende Beschreibung:

„>Glaubwürdigkeit< meint wörtlich, dass wir jemanden für würdig halten, ihm zu glauben. Er hat durch sein Handeln die Würde erlangt, dass seine Aussagen von uns für die Wahrheit gehalten werden. Dies impliziert, dass wir keine Möglichkeit haben, den Inhalt der Aussage tatsächlich auf seine Richtigkeit zu überprüfen. Denn die Glaubwürdigkeit kommt erst dann ins Spiel, wenn wir den Aussagen einer anderen Person vertrauen müssen.“ (Reinmuth 2006)

Ausgehend von dieser Definition lässt sich für die glaubwürdige Anwendung von Storytelling im Marketing Folgendes ableiten: Storytelling wird nur dann als glaubwürdig wahrgenommen, wenn sich der Absender durch sein sonstiges Handeln als „würdig“ erwiesen hat, dass man ihm Glauben schenkt. (..) Stehen Kommunikation und Handeln im Einklang, wird der Sender einer Marketingstory als „würdig“ empfunden, im Glauben zu schenken. Doch bedeutet dies gleichzeitig auch, dass eine Geschichten wahr sein muss, um ihr Glauben zu schenken?

Über die Wahrheit und Wahrhaftigkeit


„Um sich in einer immer komplexer werdenden Umwelt zurechtzufinden, ist jeder von uns darauf angewiesen, Informationen über verschiedenste Sachverhalte zu erlangen, wobei er zu den meisten dieser Sachverhalte selbst keinen unmittelbaren Zugang hat. Daher muss er sich auf die Zuverlässigkeit dieser Informationen verlassen können: >Allgemein können wir sagen: Immer dann, wenn Informationen entscheidungs- oder handlungsrelevant werden, die uns nicht aus eigener Wahrnehmung bekannt sind, stellt sich prinzipiell die Frage nach deren Glaubwürdigkeit.< “ so zitiert Ute Nawratil in ihrer Abhandlung “Glaubwürdigkeit in der sozialen Kommunikation“ den Psychologen Günter Köhnken und betont dabei den engen Zusammenhang zwischen Verlässlichkeit, Wahrheit und Glaubwürdigkeit.

Doch ist dieser Zusammenhang auch für Stories anwendbar? Wieviel „Wahrheit“ muss in einer Geschichte stecken, damit sie als „glaubwürdig“ empfunden wird? Dass Geschichten in einem schwierigen Verhältnis zum „Wahrheitsbegriff“ stehen, ist in Deutschland den Gebrüdern Grimm zu verdanken. Die Gründerväter der Germanistik haben mit ihren Sammelbänden der „Kinder- und Hausmärchen“, 1812 und 1815, die Form des Märchens weltberühmt gemacht. So wurde aus dem mittelhochdeutschen Wort „mære“, das einst ein neutraler Begriff für „Kunde“, „Nachricht“ oder „Bericht“ war, ein Prosatext, der in eine Welt einlädt, in der unglaubliche Dinge passieren: Tiere können sprechen (Der Wolf und die sieben Geißlein), Gegenstände verwandeln sich (Tischlein deck dich) und Menschen stehen von den Toten auf (Rotkäppchen).

Umgangssprachlich wurde der Ausdruck „jemanden ein Märchen erzählen“ oder „jemanden eine Geschichte erzählen“ dadurch zum Synonym für „Lügengeschichten“, Flunkern und Täuschung. Sind also „unwahre“, verzerrende oder übertreibende Elemente ein Kriterium des Storytellings?

Annika Schach, Professorin für angewandte Public Relations an der Hochschule Hannover, gibt in ihrem Buch „Storytelling und Narration in den Public Relations“ einen Überblick über die Kriterien, die einen sachlichen Bericht von einer emotionalen Geschichte unterscheiden. Beide Textgattungen bezeichnet Schach als „narrative Vertextungsmuster“, die jedoch in zahlreichen Aspekten differieren: Den entscheidenden Unterschied zwischen Bericht und Geschichte macht Schach (...) nicht am Wahrheitsgehalt fest, sondern an der Erzählperspektive. Geschichten sind subjektiv. Und somit ist auch der Wahrheitsgehalt in Geschichten ein subjektiver. Dies trifft für die Geschichte zu, die der Zeuge eines Verkehrsunfalls erzählt, sowie für einen fiktiven Roman oder auch für Storytelling im Marketing wie zum Beispiel „DamNation“ von Patagonia.

Wahrheit ist ein fragiler Begriff im Licht subjektiver Wahrnehmung. Dies betonen in erster Linie die Philosophen des Konstruktivismus, aus deren Warte die Welt erst durch den Betrachter „konstruiert“ wird und die die Existenz einer „neutrale“ Wahrheit leugnen. (...) Geschichten, die einen so starken Eindruck hinterlassen, werden als glaubwürdig empfunden. Auch wenn sie nicht auf tatsächlich wahren Ereignissen beruhen. (...) Entscheidend für die Glaubwürdigkeit einer Geschichte ist statt dem tatsächlichen Wahrheitsgehalt, vielmehr die Haltung, mit der eine Geschichte erzählt wird. Rezipienten erwarten von Storytelling – insbesondere im Marketing – nicht Wahrheit, sondern Wahrhaftigkeit. (...)

Über Ehrlichkeit und Offenheit 


Im Ethik-Regelwerk der Public Relations, dem Deutschen Kommunikationskodex von 2012, verpflichtet sich die Kommunikationsbranche: „PR- und Kommunikationsfachleute sind der Wahrhaftigkeit verpflichtet, verbreiten wissentlich keine falschen oder irreführenden Informationen oder ungeprüfte Gerüchte.“ (dprg online 2012) Aus diesem Berufsethos heraus verbieten sich Geschichten, die absichtlich und für den Rezipienten nicht erkenntlich, Falschinformationen aufstellen und verbreiten. Story und Storyteller verlieren sofort an Glaubwürdigkeit, wenn eine falsche Geschichte nachweislich mit Vorsatz erzählt wird.

Interessant ist jedoch, dass die Glaubwürdigkeit nicht leidet, wenn eine Geschichte in unwissend und in falschem Glauben erzählt wird, so Ute Nawratil: „Definiert man die Glaubwürdigkeit auf die Art, dass sie vorliegt, wenn Aussage und Sachverhalt übereinstimmen, schließt man jedoch sofort solche Aussagen aus, bei denen die Quelle schlicht einem Irrtum unterliegt. Ist die Aussage einer Person unglaubwürdig, wenn sie falsche Informationen in der Absicht weitergibt, die Wahrheit zu sagen? Vielmehr scheint es so, dass eine Falschaussage nur dann die Glaubwürdigkeit der Quelle tangiert, wenn man eine Intentionalität hinter der Aussage vermuten oder erkennen kann. Glaubwürdigkeit könnte demnach durchaus als Wahrheitsvorsatz begriffen werden bzw. als Abwesenheit einer Täuschungsabsicht.“ (Nawratil 2006)

Storytelling unterliegt allen ethischen Regeln des Marketings, wie alle anderen Kommunikationstechniken und -instrumente auch. Die Definition des Begriffes „Ehrlichkeit“ geht einher mit Redlichkeit, Aufrichtigkeit und Offenheit. Und genau diese „sittlichen Eigenschaften“ gelten auch im Bezug auf den Einsatz von Geschichten im Marketing. Gefordert sind Transparenz und Offenheit gegenüber Kunden und Stakeholdern. Der Einsatz einer Geschichte muss klar als Mittel zum Zweck offengelegt werden. Unternehmen und Marken, die müssen sich sichtbar als Urheber und Produzent einer Geschichte zu erkennen geben.
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Mehr zum Thema und ausführliche Beispiele finden Sie in "Storytelling in Journalismus, Organisations- und Marketingkommunikation", herausgegeben von Silvia Ettl-Huber, Vicerektor R&I, Head of Department Business Studies and Pogramme Manager Human Resource Management an der FH Burgenland, Springer VS Verlag, 2017. Mehr zu Trainings und Seminaren rund um Storytelling finden Sie auf www.petrasammer.com 

Foto: von Petra Sammer, Aufgenommen im Museum Ludwig / Köln