December 06, 2016

THE CASE FOR CREATIVITY - A BOOK REVIEW


Wem nützen eigentlich diese ganze Awards und Preise der Kreativindustrie? Dienen sie nicht nur und ausschließlich der Befriedigung des Egos von Kreativdirektoren? Könnte man meinen. Doch dann sollte man unbedingt James Hurmans Buch "The Case for Creativity" lesen - und wird eines besseren belehrt. Eine kleine Review für Schnellleser findet sich auf Slideshare.

November 08, 2016

NOT INVENTED HERE - A BOOK REVIEW




Die besten Ideen finden sich garantiert nicht da, wo man sie erwartet. Das ist das Kreativitätscredo von Ramon Vullings und in seinem kleinen Büchlein "Cross-Industry Innovations" bringt er für diese These nicht nur zahlreiche Beispiele, sondern bietet auch Tipps und Tricks, wie man distruptiven Ideen in anderen Industrien auf die Spur kommen und diese für sich selbst nutzen kann. Für Schnellleser gibt es eine Buchbesprechung und ein paar zusätzliche Tipps von mir auf Slideshare.

August 17, 2016

HOW TO PRESENT WITH GREAT STORIES?


Garr Reynolds is a great presenter and storyteller. Literally. Here are some of his best tips – but read them all in his book Naked Presenter (Don´t worry .. presenting naked is not on this list):

  • Plot comes first! Before you start to think about your whole presentation have a clear overview on the core of your speech.
  • Always focus on your audience. Know how will be in the audience and customize your speech to this group.
  • Have a solid structure. Don´t make it too complicated. Think about the storystructure by Aristotle or Gustav Freytag and build your speech around it. (Or take Nancy Duarte´s tips for a great speech to your heart and build in your individual rhythm)
  • Don´t forget your message! Story is good, but your message is why you do this speech. Don´t forget to make clear what your want your audience to be aware of.
  • Think big, but tell small, short and focused. You have something to say. But don´t run over your audience with all your wisdom. Help them to follow you.
  • Hook them early. Why should your audience listen? Proof your value right away.
  • Show a clear conflict. Conflict is the core of every great story – and people love to listen to conflicts if its told well.
  • Demonstrate a clear change. Your audience wants to learn how the conflict is solved. Want to see the facts and emotions. Keep Pixar director Andrew Stanton´s word in mind: “Make me care. Please – emotionally, intellectually – just make me care.”
  • Show or do something unexpected. There is so much powerpoint, so many speeches, so many presentations. People are bored about so many talks. Be special. Deliver something new.
  • Be authentic. Be you. It´s your speech. Feel comfortable with whatever you do.


Photo Source: skitterphoto.com

June 13, 2016

IDEEN-STORIES - DIE POPKULTUR DER ZUKUNFT


Bereits im Sommer 2014 machten sich die beiden Autorinnen Anja Dilk und Heike Littiger aus der „Mitte München“ unter dem Titel „Gedankentrommler“ in der Zeitschrift GDI Impuls auf die Suche nach Geschichten, die Wissenschaftlern zum Erfolg führen. Ja richtig gehört Geschichten – und nicht etwa Studienergebnisse. Storytelling ist in der Welt der Wissenschaft bereits seit einigen Jahren populär und heute – zwei Jahre später – ein ebenso überstrapaziertes Buzzword wie im Marketing. Doch was genau verstehen Wissenschaftler eigentlich unter „Storytelling“? Geht es hier um narrative Strukturen mit einem Set an handelnden Protagonisten, Helden und Antihelden? Geht es um Storyplots mit aufsteigenden und abfallenden Handlungselementen und einer Storyline, die der Geschichte Sinn verleiht?

Was auf den ersten Blick märchenhaft, aber irrelevant für seriöse Wissenschaftskommunikation aussieht, erweist sich auf den zweiten Blick als gar nicht so unerheblich. So finden sich die Elemente einer guten Geschichte tatsächlich auch hinter einem wissenschaftlichen Durchbruch. Da ist der Held, der Hauptdarsteller … der Forscher, Wissenschaftler, der zum Teil Jahrzehnte lang hart daran gearbeitet hat, ein Problem zu lösen. Die lange Suche kann durchaus als ansteigende Handlung gewertet werden. Ein „Inciting Incident“- ein Funke der Erleuchtung, oder ein Zufallstreffer, oder glückliche Fügung – führen schließlich zum Höhepunkt: zur Problemlösung.

Forschung als Heldenreise
Der Mythenforscher Joseph Campbell behauptet, dass wir weltweit immer und immer wieder die gleiche Geschichte erzählen – ganz egal in welchem Winkel der Erde. Immer und immer wieder erzählen wir uns von der Reise des Helden, der auszieht, Abenteuer und Prüfungen besteht und dann verändert zurückkehrt – und dadurch seine alte Welt verändert. Der Held hilft uns, die Welt mit anderen Augen zu sehen. Und so ist auch jede herausragende wissenschaftliche Erkenntnis ein neuer Blickwinkel auf die Welt. Erkenntnisse, mit denen sich neue Optionen ergeben und mit der man die Welt verändern kann.

Wissenschaftsgeschichten beinhaltet also jede Menge der „klassischen Elemente“ einer Narration. Wenn denn der Wissenschaftler die Ergebnisse seiner Arbeit auch spannend erzählen könnten. Und genau hier setzt der Artikel von Anja Dilk und Heike Littger ein. Sie begleiten Menschen, die Wissenschaftlern helfen, ihre Geschichte spannend und verständlich zu erzählen.

Wettbewerb um Aufmerksamkeit
Wissenschaftler – ganz egal von welchem Fach – stehen weltweit in Konkurrenz. In Konkurrenz um Aufmerksamkeit, um Anerkennung, um Fördermittel. Und um diese Aufmerksamkeit zu bekommen, ist jedes Mittel recht. Das Mittel der „Geschichte“ scheint dabei ein immer beliebteres zu werden. Die Diskussion und Kritik, dass sich mancher Professor mehr um seine Publikationen, Fachbücher und wissenschaftlichen Artikel kümmere, als um die eigentliche Forschung ist uralt. Wieso also die Aufregung um „Storytelling“? 

Die Kritik ähnelt der Kritik und der Skepsis, der sich narrativer Journalismus stellen muss. Journalisten, die sich in ihrer Arbeit ein Einzelschicksal vornehmen und exemplarisch anhand eines Beispiels erzählen, um damit plakativ und anschaulich das Gesamtbild zu erklären, gelten als voreingenommen, subjektiv, nicht neutral. Die emotionale Darstellung, die dem narrativen Erzählen inne wohnt, gilt als unseriös und manipulativ. Oder gar noch schlimmer: als trivialisierend. Und in genau dem gleichen Duktus werden auch Wissenschafts-Stories kritisch beäugt. 

Dabei würden uns diese Geschichten so sehr helfen, Wissenschaft greifbar, transparent und attraktiv zu machen. Und auch wenn man die Kritik innerhalb der wissenschaftlichen Welt nachvollziehen kann, die staunend und irritiert zur Kenntnis nimmt, welchen Zulauf pseudowissenschaftliche Events wie zum Beispiel die TED-Konferenz haben, so sollte ihnen dies ab er auch zeigen, dass ein immenser Hunger auf Wissenschaftsstories besteht und dass ein massives Verlangen nach intensiveren Einblicken in die faszinierende Welt der Wissenschaft vorhanden ist. Der Pharmakonzern Pfizer hat dies erkannt. Mit Geschichten von und über die eigenen Mitarbeiter, die im Konzern forschen – wie etwa Bob Abraham – und einer parallelen Story über den Patienten Matt Hiznay – verschränkt Pfizer zwei Stories auf ideale Weise – mit Happy End. Natürlich ist dies ein Image-Video. Natürlich ist es eine Marketinggeschichte. Aber eben auch eine Wissenschaftsstory, die uns ein klein wenig eintauchen lässt in die Welt der Wissenschaft.


Dilk und Littger stellen am Ende ihres Artikels die Frage, ob Ideen-Stories die Popkultur der Zukunft werden? Ich denke, die Frage kann man mit einem klaren Ja beantworten: wir wollen mehr von den Geschichten hinter den Ideen hören, die die Welt verändern. Und wir wollen von den Helden und ihren Herausforderungen hören, die sie in die Welt gesetzt haben.

Und wie das aussehen kann, das konnte man schon 2013 sehen, als die Arizona State University einige der talentiertesten Science Storyteller auf die Bühne holte und sie gegeneinander antreten ließ: "The Great Debate: The Storytelling of Science" ist eine Podiumsdiskussion, auf der sich Wissenschaftler und Autoren gegenseitig die besten Stories erzählen - ein Popkonzert der Ideen.

June 09, 2016

BRAINSTORMING WITH STORIES


Storytelling can be used for creative exercises. Don´t you think? Here are 3 options:

Twist Perspective: An exercise in creative writing
Tell a story - read it loud to the brainstorming participants or show a video.  This can be a corporate story, from the early days of your brand. Or a story from your website. Or a story from your customers. Or from your competitor. The job for your brainstorming team is now to rewrite what they´ve heard or seen and twist the perspective of the story. Ask yourself how the story may sound if another person would tell the same story. Change the perspective - and train your creative writing skills.

Change Style: An exercise to improve your imagination
Read a story or show a video to all participants of your brainstorming. Devide all participants into groups of 2 and ask each group to transform the story into another genre e.g. a crime novel, a science fiction movie or a western. Participants can change the plot but should keep the overall message of the story. Share all stories with the group and discuss the pros and cons of this new story. It definitely helps everyone to train their storytelling muscles and their imagination.

Get on Stage: Rewrite a speech
Many corporate presentations and speeches are done with a so called ‘corporate language’ – complex phrases, laking interesting images or storytelling. Bring one of this "typical" speeches to the brainstorming room - the script or the video and ask the team to transform this speech into an emotional, thrilling, exciting presentation. You can split the team in smaller groups and ask every group - at the end - to present the new speech to each other - and vote for the best transformation. 
A great exercise to become more sensible for the effect of small stories in presentations and a lot of fun.

June 08, 2016

TRAIN YOUR IMAGINATION : CREATIVITY EXERCISE

Here comes a creativity technique which helps you to train your imagination:
Study this "paper sculpture" - and try to recreate it. 
Its made out of one piece of paper. 
No glue. No trick.


Well, here comes the solution:
Fold the paper in half.
And make 3 cuts to the middle of the paper.
Turn one end around.
That´s it.


A great exercise to warm up a brainstorming.
Show the participants the "paper sculture" (build it before they enter the room). 
Everyone is allowed to look at it - from all sides.
But nobody is allowed to touch it.

Hand out papers.
And have fun.

TWO WAY COMMUNICATION IS BETTER THAN ONE WAY

I found this wonderful creativity exercise years ago in a book (unfortunately forgot which one). But it is a great exercise - lots of fun and learning:


WIE MAN ANDERE IN DEN WAHNSINN TREIBT


  1. Verlasse das Kopiergerät mit folgenden Einstellungen: 200% verkleinern, A5 Papier, 99 Kopien.
  2. Sitz in deinem Garten und zeige mit dem Fön auf vorbeifahrende Autos um zu sehen, ob sie langsamer werden.
  3. Fülle drei Wochen lang entkoffeinierten Kaffee in die Kaffeemaschine. Sobald alle ihre Koffeinsucht überwunden haben, gehe über zu Espresso.
  4. Falls du ein Glasauge hast, tippe mit dem Füllfederhalter dagegen, wenn du mit jemandem sprichst.
  5. Schreibe "Für sexuelle Gefälligkeiten" in die Verwendungszweck-Zeile all deiner Überweisungen - oder in den Betreff deiner emails.
  6. Befestige Moskito-Netze rund um deinen Schreibtisch.
  7. Singe in der Oper mit.
  8. Bestehe darauf, die Scheibenwischer in allen Wetterlagen laufen zu lassen, um "deren Leistung zu erhöhen".
  9. Antworte auf alles, was jemand sagt mit "Das ist das, was DU glaubst!".
  10. Übe das Nachmachen der Geräusche eintreffender Emails.
  11. Hebe irrelevantes Material in wissenschaftlichen Artikeln hervor und sende sie deinem Chef.
  12. Beende alle deine Sätze mit "in Übereinstimmung mit der Prophezeiung!".
  13. Signalisiere, dass eine Konversation beendet ist, indem du die Hände über die Ohren legst.
  14. Nimm deinen Kugelschreiber auseinander und schnippe "zufüllig" die Mine durch den ganzen Raum.
  15. Rufe Zufallszahlen, wenn jemand am zählen ist.
  16. Stelle deinen Mülleimer auf den Schreibtisch und beschrifte ihn mit "Eingang".
  17. Stell die Farben am Laptopbildschirm so ein, dass alle Leute grün sind und erkläre, dass du es so magst.
  18. Benutze Heftklammern immer in der Mitte des Blattes.
  19. Hupe und winke Fremden zu.
  20. Ermutige deine Kollegen, in ein wenig Synchronstuhltanzen einzustimmen.
  21. SCHREIBE IMMER NUR IN GROSSBUCHSTABEN:
  22. schreibe immer nur in kleinbuchstaben.
Quelle: kann ich leider nicht mehr sagen ... ich hab die Wahnsinnsliste seit mindestens zehn Jahren in meiner Schublade.

June 06, 2016

YOU FEAR CREATIVITY? JOIN THE HOLODECK.


As a child we don´t hesitate to ask. We play. We try. We fail. We learn. But formal education trains us to give answers instead of asking. To work instead of playing. To engineer instead of trying. To hesitate instead of failing. Do we learn? Well, very slow – in comparison to when we´ve been a child.
Tom and David Kelley, the founder of d.school, know exactly why we stop learning to detect the new. It´s because we fear creativity. To be precise: We fear the messy unknown. We fear being judged. We fear the first step. We fear losing control.
Well, this is creativity: it´s messy, it´s a judgment – you have to take a stand, it´s a step into an area nobody has been before and it´s definitely not under our control. Sounds frightening? Yes, it does.

So how to handle this?
Well, there are many ways to handle this – here is mine: treat ideas like a holodeck. Relax, as the crew of starship “Enterprise” is doing on the holodeck, as long as ideas are “just” ideas, nothing is real and nothing is set in stone. With this attitude the messiness, the “unfamiliar territory” may feel not so frightening. As it is just one out of many territories – and later on you can always go back to the “structured, well organized” world. Ups and surprise: you may take one or two ideas with you.
On the “holodeck” you and your ideas are judged. Yes, you may look completely foolish. Don´t worry, this is not the “real” world. It´s just a brainstorming and everyone agreed into “being foolish”, “playing and trying around” – according to Alex Osborn´s rules.

You take the first step? 
With a Star Trek-Attitude you are asked to seek out into areas where no man has been before. The crew of the Enterprise always follows their own rules but is always forced to face new rules … so if they can do it. You can do it. Brainstormings are roleplay. And at the end you are fully under control which of the ideas to take into real world and which not. Read more about "How to get over the fears that clock your best ideas" by Tom & David Kelley.




June 03, 2016

DIE GRUPPE IST KLÜGER ALS DER EINZELNE? STIMMT GAR NICHT.


Das sitzen wir also zusammen – 10 Kreative – und wir wollen zusammen Ideen brainstormen. Soweit die Idee. Doch eigentlich wären wir so viel effizienter, wenn wir uns allein auf die Suche machen und später erst unsere Ideen austauschen und gegenseitig verbessern. Aber nein, die Mär vom Brainstorming will es, dass wir zusammen starten. Ist irgendwie auch besser für die Seele, schließlich kann man dann gleich von Anfang an die Probleme auf die Schultern der ganzen Brainstormingruppe packen – und fühlt sich selbst gleich weniger unter Druck.

Die Gruppe irrt sich

Was wir dabei ignorieren: die Gruppe irrt sich häufig – das behaupten Cass R. Sunstein, Professor an der Harvard Law School und Reid Hastie, Professor an University of Chicago. Die beiden Wissenschaftler machen zwei Gründe dafür verantwortlich, dass die Gruppe oft dümmer ist als der Einzelne. Nun ja, sagen wir: weniger kreativ.

Der erste Grund ist: Wir deuten Signale falsch. Wenn Menschen zusammenkommen, dann geben Sie sich gegenseitig ziemlich viele Signale. Bewusst und unbewusst. Nicht nur der Mund spricht ja, sondern auch die Tonlage der Stimme, die Augen, die Stirn, der gesamte Körper. Und genau hier kommt es zu den meisten Missverständnissen. Wir antizipieren Dinge in diese Signale, die der Sender vielleicht gar nicht intendiert hat. Und schon ist die Fehlkommunikation perfekt und die Idee bleibt im Keim stecken. Oder kriecht gar gleich wieder in den Keim zurück.

Der zweite Grund ist laut Sunstein und Hastie der Reputationsdruck. Wir wollen anerkannt werden. Gott, wir wollen uns bloß nicht blamieren. Daher halten wir mit unserer tatsächlichen Meinung hinter dem Berg. Oder wir beschreiben unsere Idee in Worten, die wir eigentlich sonst gar nicht verwenden. Oder wir drehen unsere Meinung mit dem sprichwörtlichen Wind und entlang der Meinung der Gruppe. Auf jeden Fall wird es mit der Gruppe kompliziert.

Die falsche Interpretation von Signalen und der Wunsch, anerkannt zu werden, wirken sich verheerend auf das Ergebnis eines Brainstormings aus:
Eine Gruppe vermeidet es oft, Irrtümer und Fehleinschätzungen aus Höflichkeit anzusprechen oder gar zu korrigieren. Ganz im Gegenteil, manchmal verstärken sich diese Irrtümer durch eine Gruppe sogar noch. Oft folgt die Gruppe auch einfach denjenigen, die als Erste etwas gesagt haben. Man ist erleichtert, dass eine Meinung im Raum steht, folgt dieser ohne seine eigene Meinung äußern zu müssen. Und schon ist man in der „First-Idea-Falle“, der viele Brainstormings zum Opfer fallen.
Und oft kann sich eine Gruppe nur auf Altbekanntes einigen. Das ist sicheres Terrain. Hierzu kann jeder eine „sichere“ Meinung äußern und gerne hört man Gruppenmitgliedern zu, die Informationen verbreiten, die allen gekannt sind.

Keine Brainstormings mehr?

Heißt das das Ende von Brainstormings? Nun ja, zumindest sollte man mal versuchen, was passiert, wenn man zunächst getrennt voneinander arbeitet. Und kommt erst später zum Meinungsaustausch zusammen. Oder aber man berücksichtigt einige Ratschläge von Sunstein und Hastie:
  • Bringen Sie den Anführer zum Schweigen
  • „Primen“ Sie Ihr Team für kritisches Denken
  • Belohnen Sie Gruppenerfolge
  • Weisen Sie individuelle Rollen zu
  • Ernennen Sie einen „Advocatus Diaboli“
  • Schüren Sie Wettbewerb


Auf jeden Fall: Schenken Sie den Signale und der Gruppendynamik in Ihrem nächsten Brainstorming wesentlich mehr Beachtung. Mehr zum Thema im Harvard Business Manager Februar 2015.

Image: https://unsplash.com/photos/cDwZ40Lj9eo

June 02, 2016

KREATIVES CHAOS? NEIN! IDEEN BRAUCHEN STRUKTUR


Mohanbir Sawhney und Sanjay Khosla sprechen mir aus der Seele. Der Direktor des Center of Research in Technology & Innovation und der ehemalige President of Developing Markets bei Mondelez behaupten, dass Ideenfindung nicht chaotisch und spontan passiert, sondern dass man weit erfolgreicher ist, wenn man das Ganze systematisch angeht. Natürlich kann da mal der Geistesblitz über Nacht kommen, aber verlassen kann man sich darauf nicht.

Daher haben sie eine kleine Erfolgsformel mit sieben Fragestellungen zusammengestellt, die die Ideensuche extrem sortiert und stark vereinfacht. Aber genau das macht die Vorgehensweise dann auch so effizient. Dies sind die Fragen:
  • Anomalien: Gibt es Anomalien, die Ihnen auffallen? Wenn wir mit Daten umgehen, so sehen wir uns meistens nur Mittelwerte an oder kontinuierliche Trends. Wer aber auf der Suche nach Ideen ist, der sollte sich die Extreme ansehen. Die Ausreißer, das Ungewöhnliche und Irritierende. Da steckt die Musik drin.
  • Beziehungen: Können Sie neue Beziehungen schaffen? Ideen entstehen in Schnittmengen, immer dann, wenn zwei Konzepte, zwei alte Ideen, zwei Trends etc. aufeinander treffen. Daher setzten Sie zwei „Dinge“ in Beziehung. Kombinieren Sie Ihr System, Ihr Problem, Ihr Produkt in Beziehung zu etwas vollkommen anderem und lassen Sie sich überraschen, das daraus entsteht. Und je wilder die Kombination, umso besser. Sehen Sie sich die Kombinationen an, die Schnittmengen. Da drin befinden sich meistens neue Gedankenansätze.
  • Ärgernisse: Was ärgert Sie und andere? Ärgernisse können ein hervorragender Startpunkt für Ideen sein. Das heißt, dass Sie zunächst gut hinsehen sollten, was Ihre Kunden, Ihre Mitarbeiter, Sie selbst etc. auf die Nerven geht. Wo steckt Brennstoff für Ideen drin? Kann man diese Ärgernisse durch eine Idee aus der Welt schaffen oder gar ins Positive ummünzen? Spielen Sie mit diesem Ausgangsgedanken einfach einmal rum.
  • Traditionen: Halten Sie an Traditionen fest? „Das haben wir immer schon so gemacht!“ – dieser Satz ist der Tod für neue Ideen. Also weg mit ihm. Und ganz im Gegenteil. Suchen Sie nach Traditionen, Ritualen, Eingeschliffenem und Eingefahrenen. Je fester es sitzt, umso besser. Denn hier lassen sich hervorragende Umbrüche, Aufbrüche und neue Wege entdecken. Sicher, hier ist Mut, Überzeugungskraft und Beharrlichkeit gefragt, aber niemand hat gesagt, dass neue Ideen einfach sind. Schon gar, wenn man sie umsetzten will. Aber so weit sind Sie ja noch gar nicht. Erst gilt es ja „nur“ neue Ideen zu finden. Keine Angst, die Bedenkenträger können später dann immer noch gehört werden. Erst aber mal: neue Gedanken sammeln.
  • Extreme: Lieben Sie das Extreme? Wenn ja, gut so! Denn wenn Sie versuchen, Extreme zu integrieren, dann kommen Sie unwillkürlich auf neue Ideen. Also gucken Sie mal nicht auf die Allgemeinheit, auf den Mainstream, auf das, was alle wollen, sondern auf die Extrempositionen.
  • Offenheit: Sind Sie offen? Zugegeben, eine blöde Frage. Natürlich glauben wir, dass wir offen sind. Aber stimmt das wirklich? Sind Sie tatsächlich offen für Ideen, die nicht Ihrem Geschmack entsprechen? Die riskant, zu teuer und einfach unüberlegt sind? Wann immer Ihnen einer dieser Gedanken kommt: Vorsicht. Klar, Sie kennen die Regel von Alex Osborne, dem Erfinder des Brainstormings: Jede Idee zählt. Aber wenden Sie diese wirklich an? Oft fällt uns das doch schwer. Aber trösten Sie sich mit dem Gedanken, dass Sie ja nur im Moment des Brainstormings offen bleiben müssen. Die richtigen und wichtigen Bedenken, Ihre Kritik und Ergänzungen können später immer noch angebracht werden. Im Moment der Ideation hintern jedoch negative Gedanken, scharfe Kritik, Zynismus und Sarkasmus. Beherzigen Sie einfach die „And also-Regel“. Wann immer Sie was zu kritisieren haben, sagen Sie es freundlich und nennen Sie sofort einen Verbesserung an der Idee, die Ihrer eigenen Kritik entgegenwirkt.
  • Analogien: Hat das wer schon ähnlich gemacht? Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass irgendwo auf der Welt jemand in einer ähnlichen Lage war wie Sie. Vielleicht nicht in Ihrer Branche. Vielleicht nicht im Business-Umfeld, sondern in Sport oder Kunst. Vielleicht ist es auch gar kein Mensch, sondern ein Tier. Analogien helfen uns, einen Perspektivwechsel einzunehmen und durch die Brille anderer auf unser Problem zu gucken. Daher suchen Sie nach „das ist ähnlich wie …“.

Anomalien, Beziehungen, Ärgernisse, Tradition, Extreme, Offenheit und Analogien: damit lässt sich ein ganzes Brainstorming, ja sogar ein ganzer Ideenworkshop strukturieren. Finden Sie nicht?

June 01, 2016

TRENDSCOUTING DOES NOT KNOW ANYTHING ABOUT THE FUTURE. STORIES DO.


PhilippTheisohn has a clear view about the future. Well, at least a better view into the next 100 years than any trendscout. Theisohn, researcher at the University of Zurich, is an expert in science fiction literature. He analyses the visions and images of sci-fi authors which can help us predict the future. An aspect that can change the way you view “Storytelling”.

It´s not surprising, isn´t it: fictional imagination frames the path to our real, non-fictional future. Physicists, engineers, IT-specialists – many of them are inspired by Georg Orwell´s “1984”, Stanley Kubrick´s “2001: A Space Odyssey”, the Star Wars and Star Trek-series, Steven Spielberg´s “Minority Report”, Marvels Superheroes and books from Isaac Asimov on Robotic or Daniel Suarez “Daemon”. 

Aware or unaware - they thrive and work for this futuristic worlds and its abilities come true: A hologram to transmit information (Star Wars), a computer to advise human beings (Odyssey), a holodeck to create virtual reality (Star Trek), a screen to swipe free in the room (Minority Report), an exoskeleton to improve human bodies (Marvel).

So stories predict the future? Yes and no. Psychologists know how stories influence our mind and this may help us with this question. According to psychological studies great stories work in three ways:
  • Stories help us to prove existing experiences. We see a hero in a story and follow him in situations we already know. It´s interesting to see how the hero copes with a familiar situation and we match his/her response to the challenge with our own experience.
  • Stories help us to make new experiences. We delegate the experience to the hero who lives through a situation, a problem or challenge we´ve never been in (and does not want to be in reality). For the audience it´s interesting to see how the hero responses to a totally new situation.
  • Stories give context. A story helps us to give meaning to a series of facts. To bring an order to a bunch of information, which make it easier for us to understand and remember this data.

Sci-Fi stories give us two different views into the future. Some of them expand existing experiences of today and predict the future as a logically further development from now on (prove our experience). Others create totally new worlds, new experiences and alternatives to today (delegate new experience). But both story-types give context, try to help us learn and understand how the future might look like.

Very interesting in Theisohn´s findings is that Science-Fiction-Literature and films shows mainly a positive and bright future for individuals, while society gets worse and darker. But the opposite is true. In fiction human beings in the future are able to enhance themselves with awesome new technology like Ironmen´s super suit or Batman´s Batmobile. In contrary society, cities, earth or nature – in Science-Fiction – happen to be awful, dark and dangerous. Cities are insecure like Gotham City in “Batman”, shabby and crowded like the New York of 2263 in the movie “The Fifth Element”, and very often the whole (fictional) planet or earth is in danger as in Daniel Suarez novel “Daemon”. Sure this has something to do with storytelling. We do want “great heroes” – Superheroes. And without a conflict out in the world, the story would not work. So that´s definitely one reason why fictional worlds are not perfect or why heroes need to travel far to find “unperfected” planets or aliens to get their adventure going. The “Enterprise” for example: the starship has to explore strange new worlds and go where no man has gone before. Because planet earth – in this fiction – is boring. They´ve solved all problems. Not a good starting point for a story. And the story-rule of the “hero´s journey” asks for an unperfected world somewhere out there.


But the short distance we already overlook for the future gives slightly more hope for the world: human beings may benefit from technology. Sure, but not that far as science fiction predicts. But society, cities and planet earth will benefit much more from futuristic technologies – inspired by science fiction stories.

A full interview with Philip Theisohns was published in GDI Impulse 4/2015.

May 25, 2016

IST DAS NORMAL? DIE WELT IM POPC MODUS



Manchmal muss man einfach dankbar sein – für großartigen Journalismus. Dankbar, dass Peter Vorderer und Christoph Klimmt ihre Thesen zum Gemütszustand „POPC“ (permanent online, permanent connected) in der ZEIT ausbreiten durften. Die beiden Herren haben unglaublich lange Titel und Berufsbezeichnungen, aber daran erkennt man schon, dass sie es mit der Analyse des modernen Informationsverhaltens wirklich erst meinen. Peter Vorderer (56, das Alter ist bei so einem Thema durchaus interessant) ist Leiter des Instituts für Medien- und Kommunikationswissenschaften der Universität Mannheim und außerdem Präsident des Weltverbandes der Kommunikationswissenschaftler (ICA).
Christoph Klimmt (39) ist Leiter des Instituts für Journalistik und Kommunikationswissenschaft an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover und gleichzeitig Mitherausgeber des „Journal of Media Psychology“. Und man wird gleich verstehen, dass das Folgende sehr viel mit Medien, Kommunikation und Psychologie zu tun hat.

Vorderer und Klimmt haben bereits im Januar 2016 siebzehn Thesen veröffentlicht, die radikal aufzeigen, was es bedeutet, wenn „online“ der Normalzustand ist und „offline“ als Notsituation empfunden wird. Aus dem wunderbaren Artikel möchte ich hier einige Thesen herausgreifen, um Lust auf mehr zu machen (Die Thesen sind Originalzitate - die Interpretation stammt von mir) … Lesen Sie dann einfach alles Weitere in der ZEIT.

  • Wissenszugang ersetzt Wissen: Klingt simpel, verändert aber unser Lern- und Rechercheverhalten radikal. Expertentum drückte sich früher durch Wissenvielfalt und Reichtum aus. Heute sind diejenigen als Experten anerkannt, die wissen wo man schnell und effizient recherchieren („searchen“) kann.
  • Crowd-Befragung ersetzt Kreativität: Da zuckt der Kreative durchaus zusammen. Sind Kreative in der Zukunft überflüssig? Nun, auf jeden Fall müssen sie sich eine neue Nische suchen und ziemlich ins Zeug legen. Denn die „Crowd“ ist gar nicht so schlecht. Auf jeden Fall hat sie wesentlich mehr Ressourcen zur Verfügung und das ist schon ein massiver Vorteil.
  • Big Data ersetzt Intuition: Ja, das „Bauch-Gefühl“ geht verlohren. Ob das tatsächlich so gut ist, wird sich zeigen.
  • Konversationsfäden ersetzen Gespräche: Wir zerlegen unseren SmallTalk in winzig kleine Mini-Häppchen und führen diesen unendlich weiter. Online gibt es dafür kein Limit. Offline wird es dagegen schwieriger. Denn von Angesicht zu Angesicht kann man sich keine Emojis oder Satzfetzen zuwerfen. Da müssen wir dann wohl wieder was einüben, was wir uns online längst abgewöhnt haben.
  • Aufmerksamkeit ersetzt Wertschätzung: Manche kennen ja noch das Fleißbildchen aus der Schule. Das gibt es jetzt auf Facebook in Form eines Daumens hoch und auf Twitter als Herzchen. Aber echte Wertschätzung sieht anders aus. Oder haben wir das schon vergessen?
  • Dauerangebot ersetzt Langeweile: Endlich ist sie weg die blöde, fade Zeit. Ok, wir sind jetzt ziemlich gehetzt und kommen kaum mehr hinterher bei all den Status-updates, CandyCrushes und WhatsappPings. Aber auf jeden Fall ist uns nicht mehr langweilig. Oder finden Sie Facebook plötzlich auch so fad? Na dann fangen wir halt was anderes an … her mit Snapchat.
  • Zustimmung ersetzt Meinungsbildung: Ja, richtig gehört … die beiden Medienwissenschaftler weisen uns darauf in, dass wir so stark damit beschäftigt sind, zu liken und zu sharen, dass wir gar nicht mehr dazu kommen, uns eine eigene Meinung zu bilden. Lieber übernehmen wir die Meinung anderer. Ist auch ungefährlicher so, schließlich könnte man für eine unabhängige, eigene Meinung an den Online-Pranger gestellt werden.


Na, Lust auf mehr? Denn dies sind nur sieben von 17 wunderbaren Thesen … wie die Welt im POPC-Modus tatsächlich aussieht. Zu Lesen unter dem Titel "Das neue Normal". Total normal.

FALSE FICTION


Thanks to David Gallagher, my European CEO at Ketchum. He raised a very interesting point about storytelling. With the eye-catching headline "False Fiction: what about the darker side of Storytelling?" he highlighted an article from Lee Child in THE NEW YORKER who talks about the manipulative threat of fictional stories. So should we have a discussion about ethics when it comes to storytelling?

I disagree
First I want to point out that I disagree with Lee Child. Specific in his view on the evolution of storytelling. First, there is not evidence that Neanderthals were not able to speak. They had the same abilities as Homo Sapiens. They had even gene FOXP2, which is crucial to develop and understand language. They burried their dead carefully in caves so there must be some social engagement among them. (A good reading on the social aspects of Storytelling: Jonathan Gottschall, The Storytelling Animal. Why stories make us human.)
The Neanderthals vanished 30.000 years ago. The oldest verification of storytelling is nearly 40.000 years old. Drawings in the cave of Abri Castanet show animals, geometric forms and a female vulva. All this symbols plotted in the stone age are a hint for first narrative art. So storytelling seems to be a part of mankind from the beginning on - not an evolution of time as Lee Child indicates in his article.  

And I also disagree with the fact that "non-fiction" came first and then ... decades later ... "fiction" was invented - as Child mentions. We have to be aware that mythodology is so much oder than we think. Fairy tales for example have a very long tradition. Take "Little Red Riding Hood" for example. Many of us know this story because it was published by the Grimm Brothers in their famous collection of fairy tales "Kinder- und Hausmaerchen" from 1812. Actually a publishing blockbuster those days, comparable to Joanne K.Rowling´s Harry Potter series. 
But mythodologists recently found a much older version of "Little Red Riding Hood" - in India. A tale which is 2,000 years old. With a little girl, walking in a dark forest. The only difference is, that it´s a tiger instead of a wolf that threats her. So fiction is much older. Or take religious myths like the whole Buddistic Story-Universe - they are very much older than many non-fictional stories.

I agree
Beside the my different view on the evolution of "fiction" I totally agree with Child´s concerns. Fictional Storytelling is a power force and used incorrect or manipulative it can be a fatal sword. In so many different meanings. Let´s take "fiction based on a true story". Such as the Oscar winning blockbuster  "The Danish Girl". Because director Tom Hooper tells the story so well, the audience gets the impression to be introduced to and get to know the life of transgender Einar Wegener who gave himself the name Lili Elbe. But this is not true. Well, the scriptwriter used Lili´s diary for inspiration - but it´s still a fictional Lili we are introduced to. Don´t forget that.  
Same with series such as "Homeland" or "House of Cards". Only because everything looks so real, using original places, real job titels, zeitgeist events ... only because of this similarities the non-fictional world at the CIA or in the White House is not exactly as Carrie Mathison or Frank Underwood experience it. Don´t forget this.
So I am even more alerted when I see more and more false stories for PR coming up - even for a good purpose. Such as a fake web shop in Poland to trace consumers who want to buy illegal firework. This kind of PR might be successful. On a short notice. On a long term, if advertising and PR agencies using more and more fictional stories and not flag them as "fiction" - they will ruin something. Everything.

So do we need to talk about ethics and storytelling? Yes we definitely have to.




 

May 21, 2016

THE ODD COUPLE IN OUR BRAIN


Bryan Del Monte loves movies. This must is the only explanation I can think of why this business coach compares our left and right brain with Felix and Oscar, the Odd Couple. 1968 Jack Lemmon and Walter Matthau played an unusual team of buddies - the well organized Felix who split up with his wife and is forced to move into Oscar´s apartment – the household of a chaotic and notorious single. For those who are too young to remember this wonderful show: have a look into YouTube or try the remake debuts on CBS February 19th, 2015 with Matthew Perry and Thomas Lennon. But before you get lost in this movie let´s go back to de Monte analogy. Why is he comparing the limbic and cognitive side of our brain with the Odd Couple?  The reason is simple. Because Del Monte sees images win over text.

Images win over text

Have a look into social media. Approximate 63 % of its content is visual. The last ten years we´ve seen visual content growing by 50 % in online media such as NewYorkTimes Online or SueddeutscheZeitung Online. And even powerpoint-presentations become more visual. We see a massive visual turn going on. And the reason is clear. The new media world is fast, complex, overwhelming and global. And images are the perfect answer to this challenges. They are fast. We process images 60,000 times faster than text. Images can be so simple. With a blink of an eye we understand their message. They are easy to understand and they are understood around the world.

Welcome a new era in communications: the visual era.

And this is where Del Monte brings the Odd Couple into the game. He explains brilliantly that our brain works like Felix and Oscar. There is a logical, rational side of our brain, call it Felix. Felix loves structures, language, text and solid arguments. And there is an intrinsic, intuitive side of our brain. Call it Oscar. And Oscar loves everything that is simple to use, easy to grab and which speaks to our emotions. So when you present a story … written in words and illustrated with images... guess who recognizes what: Felix will go after your text and Oscar is a fan of your images.

So far so good. But here comes the most important part: Oscar is faster than Felix. So which element of your story is the more effective one? It´s not the catchy name of your story or the brilliant headline of your article. Not the well rounded words and sentences you worked so hard on … it´s the images. They gain attention first and are most dominant.

“The brain prioritizes visual stimulus over all other types of content. (…) If your images suck, you lose.” (Bryan Del Monte)

Read Byran Del Monte´s full article “Why Certain Pictures Make You Click ON Awful Content” (Jeffbullas.com)

May 20, 2016

27 CRITERIAS TO IDENTIFY STRONG IMAGES


Everyone talks about Visual Storytelling today. And nearly everyone says that an image is more than a 1,000 words. But is this really true? Not every image tells a story, right? So, why are some images stronger than others? How do photographers look at photos and what do they judge on, when it comes to find the best shot? This checklist – with 27 criterias - can help you to start a conversation on the images you may look at and find out whether they are strong enough to tell a story:

Technology: Each image uses specific technology and techniques to tell a story. Watch out for their ...
  • Exposed focus
  • Depth of field
  • Use of colour
  • Insertion of Contrast
  • Emphasis of Lighting
Aesthetic: The beauty of an image is built on specific aspects such as ...
  • Framing and viewpoint
  • Background
  • Visual impact
  • Authenticity and/or use of manipulative techniques
Content: An image can trigger a story. Therefore the content needs to contain
  • Information
  • Emotion, Mood & Feeling
  • Denotative and connotative content (symbolism, metaphor)
  • Meaning
  • Capturing a “momentum”
  • Relevance
Viewers Response: Which reaction does the image provokes (Visual, aesthetic, intellectual, emotional, excitement, interest).  Is this image an …
  • Eye-Catcher: “Wow! OMG, what happened here?”
  • Exe-Candy: “Wow! So beautiful!”
  • Bullet: “Thank you. This image explains everything.”
  • Door-Opener: “Lovely daydream! This image invites me to get lost.”
  • Zeitgeist: “Aha – got that. This remindes me about …”
  • Meme-Hijacker: “Great! That´s hot now and you jumped on this too.”
Overall: now step back and judge on your general impression ...
  • Originality
  • Style
  • Photographic vision
  •  Context
  • Empathy
  • Insight
  • Validity
 PS: This checklist was inspired by the Photographic Judging Criteria List of CCJ Judges. 

May 11, 2016

DO WE NEED ANOTHER AWARD?



Have you ever heard about the D&AD Pencil? A yellow or a black one? Sure. It´s one of the most prestigious awards for creatives and designers in the advertising world. If you havn´t heard about D&AD so far, you are probably a PR person. The Design & Art Direction Award was founded in London 1962 and one year later a jury of 25 members looked over 2,500 pieces of advertisting to honor well designed ideas and excellent execution.

54 years later, in 2016, Public Relations was added to the 27 award categories - next to Film, Book Design, Branding, Packaging Design, Print, Direct, Digital Marketing and many more.


OMG! No, not another award for PR

The Cannes Lions included PR as a new category around eight years ago, CLIO added Public Relations to it´s roaster and it looks like that every advertising award show wants to have PR now on its list. Now it´s D&AD. But does PR really need another award? Already today PR-people struggle to find enough campaigns and work to showcase their brilliance. To be honest most of the work PR people do has not the slightest chance to win a lion or a pencil or whatever. Most of what PR people do is to consult companies and brands managing their relationship with the public. With stakeholder, journalists, opinion leaders, peer groups. And most of this work is done with tons of arguments, facts & figures, phone calls, meetings, lunches, mailing lists and a lot of powerpoint.  

Oh yes please, one more award for PR

But since Public Relation people showed up on stage at fancy award ceremonies near by the Croisette or at some Museums in New York they are on fire. On fire for awards, for ideas and for relevance. A fire which this industry and communication discipline needs urgently. In all this years when PR huddled up against business consulting, where agencies strived to become management consultant, we run the risk to loose an important component of our profession and work. We tend to forget what it needs to be in communication: It´s the skill to listen actively and to talk apropriate. It´s the skill to know the right people and networks to connect with. It´s the skill to differentiate the relevant from the ordinary. It´s the skill to spark a real conversation. But overall it´s the skill to be creative.

Creativity is not a privilege of advertising or design. It´s a key component of Public Relations as well. Today more than ever.

And therefore an award-festival like D&AD is so welcome and comes right now perfect. Perfect timing. While the Cannes Lions and Clio look into the origin of an idea and awards like Effie focus on evaluation and results there is definitely the need for an award which looks deep and clear into the execution and the design of an idea.

If you ask a PR-person about design and the beauty of an idea they might point to Art Directors at advertising agencies or Designers at product developing agencies. But not at themselve. So wrong. 

We have to change the way we look into an idea and how we execute our campaigns - especially in PR. In a world where the hunger for great stories is growing day by there, in a world where images win over text, and where the beauty of an app user-interface decides on the success of a message ... PR-people have to become much more sensitive to aesthetic aspects and the design of their work.

So Hello and Welcome to D&AD Awards! You come at a perfect time. You force us to raise our attantion upon the aesthetic of an idea and the craft of a PR campaign. We´ve never looked at our work like this - but we will do in the future more and more. How beautiful is this.

PS: I have the pleasure and honor to serve as a jury member at the Cannes PR Lions 2014 and 2016 at the Cannes Lions Innovation as well as at the Clio Awards. I´ve been a jury member at the very first PR jury at D&AD - so my opinion on this topic might not be as objective as it should be. Well, but I hope the PR industry will welcome this new creative route with open arms.

May 03, 2016

OXYTOCIN: DIE DROGE DES VERTRAUENS


Neulich auf dem Neuromarketingkonress in München. In der BMW-Welt haben sich 400 Marketing- und Vertriebsmanager versammelt, um zu erfahren, welche Erkenntnisse der Neurowissenschaften für den Abverkauf von Produkten und Dienstleistungen hilfreich sind. Professor Markus Heinrichs der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg ist einer der ersten Redner und er ist ziemlich ehrlich zu seinem Publikum. Denn er hat zwar einige spannende Erkenntnisse mitgebracht, aber in der täglichen Praxis des Marketings oder gar des direkten Verkaufs, dürften diese, so Heinrichs, kaum helfen. Warum? Nun, weil man weder ein paar Feld- oder gar Präriemäuse parat hat, noch mal schnell aus seiner Nasenwurzel das Neurohormon Oxytocin abzapfen kann, um das Verkaufsgespräch vertrauensseliger zu gestalten.

Wunderdroge Oxytocin
Und da ist sie schon, die Zauberformel, mit der man jedes Verkaufsgespräch garantiert zum Abschluss bringt. Das Wundermittel heißt Oxytocin. Unter weniger Fachkundigen -  und das ist eigentlich jeder im Vergleich zu Professor Heinrichs - auch "Kuschelhormon" genannt. Präriemäuse produzieren jede Menge davon, denn im Vergleich zu ihren Verwandten, den gemeinen Feldmäusen, leiben sie monogram. Immer mit dem gleichen Partner. Und die Erfahrung zweibeiniger Säugetiere namens Homo Sapiens, bestätigt, dass Ehepartner länger und gesünder leben. Ein Grund dafür ist die Ausschüttung von Oxytocin - ein Hormon, das nur dann ausgeschüttet wird, wenn man sich gegenseitig vertraut. 
Ach hätte man doch ein Fläschchen Oxytocin im Verkaufsgespräch dabei. Oder noch besser ein Parfüm, mit dem man gleich den ganzen Verkaufsraum einparfümieren könnte. Einen Raum des Vertrauens schaffen - das macht doch jedes Gespräch gleich viel einfacher.

Doch Professor Heinrichs bremst die Europhorie im Saal dann auch gleich wieder. Denn leider stehen weder das Fläschchen, noch das Parfüm bereit. Auch nicht in absehbarer Zeit. Und der Professor ist sogar sehr ernüchternd und gar selbst enttäuscht, dass er die Frage nicht beantworten kann, wo man denn auf die Schnelle Oxytocin herbekommen könne. 

Storytelling setzt auf Drogen
Während des Vortrages sitze ich wie auf Kohlen. Denn ich kann diese Frage beantworten. Aber mein Publikum muss sich noch etwas gedulden ... denn ich komme erst nach der Mittagspause auf die Bühne. Zum praktischen Teil des Kongresses. Aber dann, dann habe ich die Antwort auf die Frage, wo man Oxytrocin herbekommt: Mit Storytelling. Mit Geschichten. Nachgewiesen hat dies ein anderer Neurowissenschaftler, nämlich Dr. Paul Zak, Direktor des Centers of Neuroeconomic Studies der Claremont Graduate University. Zak zeigte einer Gruppe von Testpersonen einen kleinen Film mit der Geschichte des kleinen Ben, der mit seinem Vater im Garten spielt. Während Ben sich über das Spiel freut, kann sein Vater dies nicht so recht genießen, denn er weiß, dass Ben bald an Krebs sterben wird. Nach der Filmvorführung werden die Testpersonen befragt, welche Gefühle die Geschichte in ihnen ausgelöst hatten. Die Zuschauer konnten dies nur schwer in Worte fassen, so betroffen waren sie. Doch Zak hatte diese Frage bereits anders gelöst. Vor und nach der Filmvorführung nahmen er und sein Team den Zuschauern Blut ab und untersuchten es. Und das Blut sprach eine eindeutige Sprache. Im Blut fand sich nach dem Ansehen der Geschichte erhöhte Werte von zwei Hormonen: Cortisol und Oxytocin. Die Probanten fühlten sich durch die Geschichte gestresst (Cortisol) und sie empfanden Mitleid (Oxytocin). Doch sehen Sie sich den Film selbst an.

Geschichten setzten also nicht nur unser Gehirn komplett in Aktion, sie lösen in uns auch Körperreaktionen aus, als ob wir eine Geschichte tatsächlich erleben würden. Was Neurowissenschaftler durch erhöhte Gehirnaktivitäten und Ausschüttung von bestimmten Hormonen nachweisen können, das bezeichnen Psychologen als "Stellvertreterlernen". Als Zuschauer versetzten wir uns in die Lage des Helden einer Geschichte hinein und durchleben - anhand unserer Gehirnaktivitäten - tatsächlich das erzählte. 

Und ist es nicht genau das, was wir in Marketing und Vertrieb uns von unserer Zielgruppe wünschen? Dass sie unseren Argumenten und Produktvorstellungen folgen, und genau das Gleiche für ein Produkt oder eine Dienstleistung, eine Marke oder ein Unternehmen empfinden, wie wir selbst? Nun, mit Daten und Fakten gelingt uns eine Oxytocin-Ausschüttung nicht. Das schafft nur die Kraft der Geschichten.
Meinen gesamten Vortag auf dem Neuromarketingkongress - und auch den von Prof. Heinrichs -  finden Sie auf der Seite Kongressseite "Virtual & Reality".

March 28, 2016

CREATIVITY IS NOT A TALENT.


"Creativity is not a talent. It is a way of operating." - Austin Kleon starts his tiny little yellow book "Show your work!" with this quote from John Cleese. A book full of nice stories around creativity and sharing creativity. One of my favorite is this: "We´ve all read stories of near-death experiences changing people´s lives. When Georg Lucas was a teenager, he almost died in a car accident. He decided "every day now is an extra day," dedicated himself to film, and went on to direct Star Wars".

Or this one:
"I love meeting my online friends  >>IRL.<< (IRL = in real life.) There´s never any small talk - we know all about one another and what one another does. We can just sip beer or some other social lubricatn and talk about big ideas. There´s been a few times that I´ve asked people whaat they think the best thing about being online is, and they´ll point around the table and say, >>What we´re doing here.<<""

So "Show your work!" is not a big book. It´d does not unveil the secrets of creativity or a creative. You don´t read through it, with a wow in your face and a fascinated mind about the authors ideas. It´s not mind blowing, no.
Kleon is open, honest and fair. He writes what he thinks a creative should do and what not - especially in times of social media, collaboration and crowdsourcing. He gives away the way he works - day by day. If you follow him on twitter you can watch every day how he is working - on his creative work, on his life as an artist and author. And in all this tiny little tips... there is some wisdom. So, yes "Show your work!" is an easy read ... and surprisingly there are many pages and phrases where you stop and start thinking about your own life and work. And that´s exactly what a good book should do. No matter how big it is.

March 12, 2016

Hello Creatives,

This week I thought we work a bit on our storytelling skills. And as Visual Storytelling is becoming more and more important, let´s start with the images first.

1. You know about Visual Storytelling on Social Media? Of course. But even if you a visual storytelling pro you should have a look into this beautiful presentation shared on Slideshare: The Art of Visual Storytelling! Lovely.

2. You don´t know Photoshop? Now worry, there are so many other tools you can use: Check out this 10 Visual Content Tools for Beginners.

3. How does Storytelling look like on Twitter? Is it possible to use Twitter for fiction? Yes it is. Check out some of my favourite Tweets and how new rules for storytelling on social media look like.

MOST CREATIVE STORIES ON TWITTER


Telling Stories on Twitter is tricky. Space is limited. Attention spam also. But there are some creatives who cracked the code and do a fantastic job with stories on Twitter. Here are my favorites:

Following @RealTime WWII  is a must. This year the twitter feed is called "WW2 Tweets from 1944". Historian Alwyn Collinson writes tweets as if today would be 1944 - in the middle of World War II. He started the project in August 2011, 72 years before Germany invaded Poland. Every day you can read what happend this day 72 years ago as if you would witness the day live. For example March 9, 2016 Collison tweeted: "Red Air Force bombers have hit Estonian capital of Tallinn, aiming for German forces occupying city- 757 people dead". The Oxford grad promised his 3000.000 followers to tweet until the end of the war August 1945 - this will be August 2017. @RealTime WWII is brilliant usage of Twitter and wonderful innovative storytelling to bing history to life and make it more relevant - especially to a young audience.

Most of the time Twitter is about latest and breaking news. But the #TwitterFictionFestival 2015 is a proofs that Twitter also works for fiction. This authors kick off your imagination with hundreds of short stories. With words and visuals. Check out the website #TwitterFictionFestival 2015 and find wonderful love stories, wired crime stories, poems and parody - from bestseller authors, New York Times journalists and beginners. Read tips and tricks to start your own story on Twitter. And have fun with the Tweed-Generator - creating mini-stories with 3 phrases. Give it a try.

Florian Meimberg is famous for his "Tinytales". Odd stories written with no more than 140 characters - and in German (!). Of course fans of Tinytales also bought Meinmberg´s book "Auf die Länge kommt es an". Here are two examles of this super-min-short-twitter-stories:
  • Er grinste verlegen: „Sorry, Leute. Ich wusste nicht, dass hier jemand wohnt.“ Columbus drehte sich um: „Segel setzen. Wir fahren wieder!“ (He smirked shyly: "Sorry, folks. I did not know that someone lives here." Columbus turned around: "Set the sails. We move on.")
  • Der Tunnelbau ging gut voran: Er musste jetzt ungefähr unter der Berliner Mauer sein. Noch etwa ein Jahr. Im November ’89 würde er flüchten. ("The tunnel looked pretty good: they must have been under the Berlin wall now. Only one year to go from now. They will be able to escape in November ´89".)
Storytelling on Twitter: A revival of Shortstories? Well, Twitter seems to be a wonderful creative canvas for fiction. And a new challenge for storytellers as there are new rules coming along with social media:

What´s new for Storytelling on Social Media? 3 Things

Realtime Feedback: authors and storytellers get live and in real time feedback. They can - and have to - adjust a story according to the interest of their fans and readers.

Neverending Story: Stories don´t have to end. They can go on and on as the beauty of this format is - similar to games - the neverending story.

The Audience has an Audience: The author is no more the only authority on a story. Recipients can and should be invited to support and co-create a story. And as the audience know exactly about its own audience there are some readers who are enthusiatic and motivated to write their own version of a story.

New rules - new stories. Social Media brings new forms and new ways of storytelling. The future of storytelling will be fun and exciting, don´t you think?


March 06, 2016

ARE EMOJIS A NEW LANGUAGE ?

Do you know  ?

No? Well, maybe you understand me better when I write the name in Latin letters: Tutankhamun. You´ve heard about this Egytian pharaoh, don´t you? He died 1332 BC at the age of around 18. Poor boy. But I don´t want to talk about ancienct pharaohs and why they have to die so young. I want to talk about signs and letters. Or to be more precise: about Emojis. 
This tiny little pictures are everywhere. Messages and emails end with a smiley or something else. Whatsapp publishes every week new signs ... in different colors, for different regions and for different cultures. Smileys and flags are the most popular emojis on Twitter and on Facebook you have now a bunch of emojis instead of just one like button. 

What is this?
What´s happening? Is our language-system out of order? Why do we trust no more in our 26 basic letters of the Latin alphabet? After nearly 3000 years this letters are no more good to help us express our ideas, feelings and arguments? Or is this a version of the so called "visual turn" or "pictural turn" as W.J.T. Mitchell predicted?  Is image winning over text with emojis? Is this Visual Storytelling?

No, No, and No
Emojis are not a language. And they are no good visual storytellers. Emojis are pictorgrams which are based on international conventions. Smart and easy when you want to communicate with an international audience. Well, its not only about language. There are also so much different alphabets. There is the Greek or the Russian alphabet. There are totally different languages such as Arab, Chinese or Japanese - with different characters and different reading directions and and and. 
Emojis are much easier. They are somehow like mimik. We all share - and that´s seamless around the world - the same fundamental emotions. Happiness, sadness, anger, astonishment - these feelings are all the same no matter where you are from. And we express this feelings very similar. We laugh, we cry, we scare. Look at our eyes, our eyebrows, our mouth ... and you get emojis. 
Plus there are conventions: a heart, an airplane, a national flag ... that´s already a mini-story.

But ...
Emojis hardly stand alone or speak for themselve. They need text and context. As many signs have so many different options to be misinterpreted. So emojis work in 3 ways: First they raise our attention. They use visual information because our brain processes images much faster than words. Second, emojis help to sort text. The tiny little images help us to read much faster through messages and sort out what we want to read and what not (like Hastags) and third: they merge with words and give context. The combination between emojis and text makes it really interesting - and fun :-)

To use emojis like a language we would need 7.000 emojis - that´s the predition of philologist Anatol Stefanowitsch. And - more important - everyone (!) has to know the meaning of all this 7.000 emojis ... not only some nerds. 

If you are interested in the most popular emojis on Twitter ... have a look on emojitracker.com. This app ranks the most used emojis in real time. Most of the time, the winner is: 

GAMES STUDIES. SPANNENDE COMPUTERSPIELFORSCHUNG


Games werden als Medium und Ausdrucksform anerkannt. Ganz ganz langsam. So könnte das Fazit lauten, das Klaus Sachs-Hombach und Jan-Noel Thon mit ihrem wissenschaftlichen Sammelband "Games Studies" zum Stand der Wissenschaft rund um Computerspiele ziehen. Das Buch bietet einen hervorragenden Überblick über die aktuelle Computerspielforschung und wer jetzt glaubt, hier geht es ausschließlich um die Frage, ob Ego-Shooter gewaltverherrlichend und verrohend sind oder nicht, der hat schon lange den Anschluss an die aktuelle Games-Debatte verpasst. Die Medienwissenschaft der Games-Studies ist heute viel weiter und untersucht Computerspiele von zahlreichen unterschieldichen Blickwinkeln und Aspekten. 
Computerspiele sind ein faszinierendes Forschungsfeld - aus Sicht der Ludologie (Spieltheorie), Narration (Formen des Storytellings und Dramaturgie), Soziologie (Zusammenwirken von unterschiedlichen Spielern, online und offline) oder gar der Ökonomie (Auswirkungen der Gamesindustrie bzw. Möglichkeiten der Wirtschaftssimulation im Spiel bis hin zu wirtschaftlichen Auswirkungen in die Wirklichkeit, wenn plötzlich Goldfarmen angeheuert werden oder Gerätschaften auf Ebay in harter Währung und mit echtem Geld versteigert werden).
Die Autoren beleuchten das Thema "Games" aus Sicht der Medienspychologie, der Rezeptionsästhetik, der Medienpädagogik, der Geschichtswissenschaften und sogar aus Sicht der Geschlechterforschung. Games erweisen sich dabei nicht nur als interessantes Spiegelbild von Gesellschaft und ihrem Umgang mit Geschichte, Ästhetik oder gar Ökonomie, sondern auch als mögliches Medium zukünftiger Wissensvermittlung und Innovationskultur. 

Spielen war immer schon Teil des menschlichen Verhaltens. Durch Spielen testen wir unsere Talente und erlernen neue Fähigkeiten. Spielen ist Handeln in einem risiko- und sanktionsfreien Raum. Egal ob Brettspiel oder Konsole - wir spielen aus Freude und Neugierde. Und besonders gute Spiele - und dies gilt ganz besonders für Computerspiele - halten uns in einem interessanten Zwischenfeld - einem Feld zwischen Unterforderung (Langeweile) und Überforderung (Stress). Genau in dem Bereich, in dem wir eigentlich auch in unserer Arbeit die beste Leistung abrufen können. Leider ist die Computerspielforschung den Nachweis noch schludig, wie "Spielen" besser in den Alltag eingebaut werden kann ("Gamification"). Aber man arbeitet wohl schon daran. "Games Studies" - herausgegeben von Klaus Sachs-Hombach und Jan-Noel Thon, erschienen 2015 im Herbert von Halem Verlag. Absolut lesenwert.