June 13, 2016

IDEEN-STORIES - DIE POPKULTUR DER ZUKUNFT


Bereits im Sommer 2014 machten sich die beiden Autorinnen Anja Dilk und Heike Littiger aus der „Mitte München“ unter dem Titel „Gedankentrommler“ in der Zeitschrift GDI Impuls auf die Suche nach Geschichten, die Wissenschaftlern zum Erfolg führen. Ja richtig gehört Geschichten – und nicht etwa Studienergebnisse. Storytelling ist in der Welt der Wissenschaft bereits seit einigen Jahren populär und heute – zwei Jahre später – ein ebenso überstrapaziertes Buzzword wie im Marketing. Doch was genau verstehen Wissenschaftler eigentlich unter „Storytelling“? Geht es hier um narrative Strukturen mit einem Set an handelnden Protagonisten, Helden und Antihelden? Geht es um Storyplots mit aufsteigenden und abfallenden Handlungselementen und einer Storyline, die der Geschichte Sinn verleiht?

Was auf den ersten Blick märchenhaft, aber irrelevant für seriöse Wissenschaftskommunikation aussieht, erweist sich auf den zweiten Blick als gar nicht so unerheblich. So finden sich die Elemente einer guten Geschichte tatsächlich auch hinter einem wissenschaftlichen Durchbruch. Da ist der Held, der Hauptdarsteller … der Forscher, Wissenschaftler, der zum Teil Jahrzehnte lang hart daran gearbeitet hat, ein Problem zu lösen. Die lange Suche kann durchaus als ansteigende Handlung gewertet werden. Ein „Inciting Incident“- ein Funke der Erleuchtung, oder ein Zufallstreffer, oder glückliche Fügung – führen schließlich zum Höhepunkt: zur Problemlösung.

Forschung als Heldenreise
Der Mythenforscher Joseph Campbell behauptet, dass wir weltweit immer und immer wieder die gleiche Geschichte erzählen – ganz egal in welchem Winkel der Erde. Immer und immer wieder erzählen wir uns von der Reise des Helden, der auszieht, Abenteuer und Prüfungen besteht und dann verändert zurückkehrt – und dadurch seine alte Welt verändert. Der Held hilft uns, die Welt mit anderen Augen zu sehen. Und so ist auch jede herausragende wissenschaftliche Erkenntnis ein neuer Blickwinkel auf die Welt. Erkenntnisse, mit denen sich neue Optionen ergeben und mit der man die Welt verändern kann.

Wissenschaftsgeschichten beinhaltet also jede Menge der „klassischen Elemente“ einer Narration. Wenn denn der Wissenschaftler die Ergebnisse seiner Arbeit auch spannend erzählen könnten. Und genau hier setzt der Artikel von Anja Dilk und Heike Littger ein. Sie begleiten Menschen, die Wissenschaftlern helfen, ihre Geschichte spannend und verständlich zu erzählen.

Wettbewerb um Aufmerksamkeit
Wissenschaftler – ganz egal von welchem Fach – stehen weltweit in Konkurrenz. In Konkurrenz um Aufmerksamkeit, um Anerkennung, um Fördermittel. Und um diese Aufmerksamkeit zu bekommen, ist jedes Mittel recht. Das Mittel der „Geschichte“ scheint dabei ein immer beliebteres zu werden. Die Diskussion und Kritik, dass sich mancher Professor mehr um seine Publikationen, Fachbücher und wissenschaftlichen Artikel kümmere, als um die eigentliche Forschung ist uralt. Wieso also die Aufregung um „Storytelling“? 

Die Kritik ähnelt der Kritik und der Skepsis, der sich narrativer Journalismus stellen muss. Journalisten, die sich in ihrer Arbeit ein Einzelschicksal vornehmen und exemplarisch anhand eines Beispiels erzählen, um damit plakativ und anschaulich das Gesamtbild zu erklären, gelten als voreingenommen, subjektiv, nicht neutral. Die emotionale Darstellung, die dem narrativen Erzählen inne wohnt, gilt als unseriös und manipulativ. Oder gar noch schlimmer: als trivialisierend. Und in genau dem gleichen Duktus werden auch Wissenschafts-Stories kritisch beäugt. 

Dabei würden uns diese Geschichten so sehr helfen, Wissenschaft greifbar, transparent und attraktiv zu machen. Und auch wenn man die Kritik innerhalb der wissenschaftlichen Welt nachvollziehen kann, die staunend und irritiert zur Kenntnis nimmt, welchen Zulauf pseudowissenschaftliche Events wie zum Beispiel die TED-Konferenz haben, so sollte ihnen dies ab er auch zeigen, dass ein immenser Hunger auf Wissenschaftsstories besteht und dass ein massives Verlangen nach intensiveren Einblicken in die faszinierende Welt der Wissenschaft vorhanden ist. Der Pharmakonzern Pfizer hat dies erkannt. Mit Geschichten von und über die eigenen Mitarbeiter, die im Konzern forschen – wie etwa Bob Abraham – und einer parallelen Story über den Patienten Matt Hiznay – verschränkt Pfizer zwei Stories auf ideale Weise – mit Happy End. Natürlich ist dies ein Image-Video. Natürlich ist es eine Marketinggeschichte. Aber eben auch eine Wissenschaftsstory, die uns ein klein wenig eintauchen lässt in die Welt der Wissenschaft.


Dilk und Littger stellen am Ende ihres Artikels die Frage, ob Ideen-Stories die Popkultur der Zukunft werden? Ich denke, die Frage kann man mit einem klaren Ja beantworten: wir wollen mehr von den Geschichten hinter den Ideen hören, die die Welt verändern. Und wir wollen von den Helden und ihren Herausforderungen hören, die sie in die Welt gesetzt haben.

Und wie das aussehen kann, das konnte man schon 2013 sehen, als die Arizona State University einige der talentiertesten Science Storyteller auf die Bühne holte und sie gegeneinander antreten ließ: "The Great Debate: The Storytelling of Science" ist eine Podiumsdiskussion, auf der sich Wissenschaftler und Autoren gegenseitig die besten Stories erzählen - ein Popkonzert der Ideen.

June 09, 2016

BRAINSTORMING WITH STORIES


Storytelling can be used for creative exercises. Don´t you think? Here are 3 options:

Twist Perspective: An exercise in creative writing
Tell a story - read it loud to the brainstorming participants or show a video.  This can be a corporate story, from the early days of your brand. Or a story from your website. Or a story from your customers. Or from your competitor. The job for your brainstorming team is now to rewrite what they´ve heard or seen and twist the perspective of the story. Ask yourself how the story may sound if another person would tell the same story. Change the perspective - and train your creative writing skills.

Change Style: An exercise to improve your imagination
Read a story or show a video to all participants of your brainstorming. Devide all participants into groups of 2 and ask each group to transform the story into another genre e.g. a crime novel, a science fiction movie or a western. Participants can change the plot but should keep the overall message of the story. Share all stories with the group and discuss the pros and cons of this new story. It definitely helps everyone to train their storytelling muscles and their imagination.

Get on Stage: Rewrite a speech
Many corporate presentations and speeches are done with a so called ‘corporate language’ – complex phrases, laking interesting images or storytelling. Bring one of this "typical" speeches to the brainstorming room - the script or the video and ask the team to transform this speech into an emotional, thrilling, exciting presentation. You can split the team in smaller groups and ask every group - at the end - to present the new speech to each other - and vote for the best transformation. 
A great exercise to become more sensible for the effect of small stories in presentations and a lot of fun.

June 08, 2016

TRAIN YOUR IMAGINATION : CREATIVITY EXERCISE

Here comes a creativity technique which helps you to train your imagination:
Study this "paper sculpture" - and try to recreate it. 
Its made out of one piece of paper. 
No glue. No trick.


Well, here comes the solution:
Fold the paper in half.
And make 3 cuts to the middle of the paper.
Turn one end around.
That´s it.


A great exercise to warm up a brainstorming.
Show the participants the "paper sculture" (build it before they enter the room). 
Everyone is allowed to look at it - from all sides.
But nobody is allowed to touch it.

Hand out papers.
And have fun.

TWO WAY COMMUNICATION IS BETTER THAN ONE WAY

I found this wonderful creativity exercise years ago in a book (unfortunately forgot which one). But it is a great exercise - lots of fun and learning:


WIE MAN ANDERE IN DEN WAHNSINN TREIBT


  1. Verlasse das Kopiergerät mit folgenden Einstellungen: 200% verkleinern, A5 Papier, 99 Kopien.
  2. Sitz in deinem Garten und zeige mit dem Fön auf vorbeifahrende Autos um zu sehen, ob sie langsamer werden.
  3. Fülle drei Wochen lang entkoffeinierten Kaffee in die Kaffeemaschine. Sobald alle ihre Koffeinsucht überwunden haben, gehe über zu Espresso.
  4. Falls du ein Glasauge hast, tippe mit dem Füllfederhalter dagegen, wenn du mit jemandem sprichst.
  5. Schreibe "Für sexuelle Gefälligkeiten" in die Verwendungszweck-Zeile all deiner Überweisungen - oder in den Betreff deiner emails.
  6. Befestige Moskito-Netze rund um deinen Schreibtisch.
  7. Singe in der Oper mit.
  8. Bestehe darauf, die Scheibenwischer in allen Wetterlagen laufen zu lassen, um "deren Leistung zu erhöhen".
  9. Antworte auf alles, was jemand sagt mit "Das ist das, was DU glaubst!".
  10. Übe das Nachmachen der Geräusche eintreffender Emails.
  11. Hebe irrelevantes Material in wissenschaftlichen Artikeln hervor und sende sie deinem Chef.
  12. Beende alle deine Sätze mit "in Übereinstimmung mit der Prophezeiung!".
  13. Signalisiere, dass eine Konversation beendet ist, indem du die Hände über die Ohren legst.
  14. Nimm deinen Kugelschreiber auseinander und schnippe "zufüllig" die Mine durch den ganzen Raum.
  15. Rufe Zufallszahlen, wenn jemand am zählen ist.
  16. Stelle deinen Mülleimer auf den Schreibtisch und beschrifte ihn mit "Eingang".
  17. Stell die Farben am Laptopbildschirm so ein, dass alle Leute grün sind und erkläre, dass du es so magst.
  18. Benutze Heftklammern immer in der Mitte des Blattes.
  19. Hupe und winke Fremden zu.
  20. Ermutige deine Kollegen, in ein wenig Synchronstuhltanzen einzustimmen.
  21. SCHREIBE IMMER NUR IN GROSSBUCHSTABEN:
  22. schreibe immer nur in kleinbuchstaben.
Quelle: kann ich leider nicht mehr sagen ... ich hab die Wahnsinnsliste seit mindestens zehn Jahren in meiner Schublade.

June 06, 2016

YOU FEAR CREATIVITY? JOIN THE HOLODECK.


As a child we don´t hesitate to ask. We play. We try. We fail. We learn. But formal education trains us to give answers instead of asking. To work instead of playing. To engineer instead of trying. To hesitate instead of failing. Do we learn? Well, very slow – in comparison to when we´ve been a child.
Tom and David Kelley, the founder of d.school, know exactly why we stop learning to detect the new. It´s because we fear creativity. To be precise: We fear the messy unknown. We fear being judged. We fear the first step. We fear losing control.
Well, this is creativity: it´s messy, it´s a judgment – you have to take a stand, it´s a step into an area nobody has been before and it´s definitely not under our control. Sounds frightening? Yes, it does.

So how to handle this?
Well, there are many ways to handle this – here is mine: treat ideas like a holodeck. Relax, as the crew of starship “Enterprise” is doing on the holodeck, as long as ideas are “just” ideas, nothing is real and nothing is set in stone. With this attitude the messiness, the “unfamiliar territory” may feel not so frightening. As it is just one out of many territories – and later on you can always go back to the “structured, well organized” world. Ups and surprise: you may take one or two ideas with you.
On the “holodeck” you and your ideas are judged. Yes, you may look completely foolish. Don´t worry, this is not the “real” world. It´s just a brainstorming and everyone agreed into “being foolish”, “playing and trying around” – according to Alex Osborn´s rules.

You take the first step? 
With a Star Trek-Attitude you are asked to seek out into areas where no man has been before. The crew of the Enterprise always follows their own rules but is always forced to face new rules … so if they can do it. You can do it. Brainstormings are roleplay. And at the end you are fully under control which of the ideas to take into real world and which not. Read more about "How to get over the fears that clock your best ideas" by Tom & David Kelley.




June 03, 2016

DIE GRUPPE IST KLÜGER ALS DER EINZELNE? STIMMT GAR NICHT.


Das sitzen wir also zusammen – 10 Kreative – und wir wollen zusammen Ideen brainstormen. Soweit die Idee. Doch eigentlich wären wir so viel effizienter, wenn wir uns allein auf die Suche machen und später erst unsere Ideen austauschen und gegenseitig verbessern. Aber nein, die Mär vom Brainstorming will es, dass wir zusammen starten. Ist irgendwie auch besser für die Seele, schließlich kann man dann gleich von Anfang an die Probleme auf die Schultern der ganzen Brainstormingruppe packen – und fühlt sich selbst gleich weniger unter Druck.

Die Gruppe irrt sich

Was wir dabei ignorieren: die Gruppe irrt sich häufig – das behaupten Cass R. Sunstein, Professor an der Harvard Law School und Reid Hastie, Professor an University of Chicago. Die beiden Wissenschaftler machen zwei Gründe dafür verantwortlich, dass die Gruppe oft dümmer ist als der Einzelne. Nun ja, sagen wir: weniger kreativ.

Der erste Grund ist: Wir deuten Signale falsch. Wenn Menschen zusammenkommen, dann geben Sie sich gegenseitig ziemlich viele Signale. Bewusst und unbewusst. Nicht nur der Mund spricht ja, sondern auch die Tonlage der Stimme, die Augen, die Stirn, der gesamte Körper. Und genau hier kommt es zu den meisten Missverständnissen. Wir antizipieren Dinge in diese Signale, die der Sender vielleicht gar nicht intendiert hat. Und schon ist die Fehlkommunikation perfekt und die Idee bleibt im Keim stecken. Oder kriecht gar gleich wieder in den Keim zurück.

Der zweite Grund ist laut Sunstein und Hastie der Reputationsdruck. Wir wollen anerkannt werden. Gott, wir wollen uns bloß nicht blamieren. Daher halten wir mit unserer tatsächlichen Meinung hinter dem Berg. Oder wir beschreiben unsere Idee in Worten, die wir eigentlich sonst gar nicht verwenden. Oder wir drehen unsere Meinung mit dem sprichwörtlichen Wind und entlang der Meinung der Gruppe. Auf jeden Fall wird es mit der Gruppe kompliziert.

Die falsche Interpretation von Signalen und der Wunsch, anerkannt zu werden, wirken sich verheerend auf das Ergebnis eines Brainstormings aus:
Eine Gruppe vermeidet es oft, Irrtümer und Fehleinschätzungen aus Höflichkeit anzusprechen oder gar zu korrigieren. Ganz im Gegenteil, manchmal verstärken sich diese Irrtümer durch eine Gruppe sogar noch. Oft folgt die Gruppe auch einfach denjenigen, die als Erste etwas gesagt haben. Man ist erleichtert, dass eine Meinung im Raum steht, folgt dieser ohne seine eigene Meinung äußern zu müssen. Und schon ist man in der „First-Idea-Falle“, der viele Brainstormings zum Opfer fallen.
Und oft kann sich eine Gruppe nur auf Altbekanntes einigen. Das ist sicheres Terrain. Hierzu kann jeder eine „sichere“ Meinung äußern und gerne hört man Gruppenmitgliedern zu, die Informationen verbreiten, die allen gekannt sind.

Keine Brainstormings mehr?

Heißt das das Ende von Brainstormings? Nun ja, zumindest sollte man mal versuchen, was passiert, wenn man zunächst getrennt voneinander arbeitet. Und kommt erst später zum Meinungsaustausch zusammen. Oder aber man berücksichtigt einige Ratschläge von Sunstein und Hastie:
  • Bringen Sie den Anführer zum Schweigen
  • „Primen“ Sie Ihr Team für kritisches Denken
  • Belohnen Sie Gruppenerfolge
  • Weisen Sie individuelle Rollen zu
  • Ernennen Sie einen „Advocatus Diaboli“
  • Schüren Sie Wettbewerb


Auf jeden Fall: Schenken Sie den Signale und der Gruppendynamik in Ihrem nächsten Brainstorming wesentlich mehr Beachtung. Mehr zum Thema im Harvard Business Manager Februar 2015.

Image: https://unsplash.com/photos/cDwZ40Lj9eo

June 02, 2016

KREATIVES CHAOS? NEIN! IDEEN BRAUCHEN STRUKTUR


Mohanbir Sawhney und Sanjay Khosla sprechen mir aus der Seele. Der Direktor des Center of Research in Technology & Innovation und der ehemalige President of Developing Markets bei Mondelez behaupten, dass Ideenfindung nicht chaotisch und spontan passiert, sondern dass man weit erfolgreicher ist, wenn man das Ganze systematisch angeht. Natürlich kann da mal der Geistesblitz über Nacht kommen, aber verlassen kann man sich darauf nicht.

Daher haben sie eine kleine Erfolgsformel mit sieben Fragestellungen zusammengestellt, die die Ideensuche extrem sortiert und stark vereinfacht. Aber genau das macht die Vorgehensweise dann auch so effizient. Dies sind die Fragen:
  • Anomalien: Gibt es Anomalien, die Ihnen auffallen? Wenn wir mit Daten umgehen, so sehen wir uns meistens nur Mittelwerte an oder kontinuierliche Trends. Wer aber auf der Suche nach Ideen ist, der sollte sich die Extreme ansehen. Die Ausreißer, das Ungewöhnliche und Irritierende. Da steckt die Musik drin.
  • Beziehungen: Können Sie neue Beziehungen schaffen? Ideen entstehen in Schnittmengen, immer dann, wenn zwei Konzepte, zwei alte Ideen, zwei Trends etc. aufeinander treffen. Daher setzten Sie zwei „Dinge“ in Beziehung. Kombinieren Sie Ihr System, Ihr Problem, Ihr Produkt in Beziehung zu etwas vollkommen anderem und lassen Sie sich überraschen, das daraus entsteht. Und je wilder die Kombination, umso besser. Sehen Sie sich die Kombinationen an, die Schnittmengen. Da drin befinden sich meistens neue Gedankenansätze.
  • Ärgernisse: Was ärgert Sie und andere? Ärgernisse können ein hervorragender Startpunkt für Ideen sein. Das heißt, dass Sie zunächst gut hinsehen sollten, was Ihre Kunden, Ihre Mitarbeiter, Sie selbst etc. auf die Nerven geht. Wo steckt Brennstoff für Ideen drin? Kann man diese Ärgernisse durch eine Idee aus der Welt schaffen oder gar ins Positive ummünzen? Spielen Sie mit diesem Ausgangsgedanken einfach einmal rum.
  • Traditionen: Halten Sie an Traditionen fest? „Das haben wir immer schon so gemacht!“ – dieser Satz ist der Tod für neue Ideen. Also weg mit ihm. Und ganz im Gegenteil. Suchen Sie nach Traditionen, Ritualen, Eingeschliffenem und Eingefahrenen. Je fester es sitzt, umso besser. Denn hier lassen sich hervorragende Umbrüche, Aufbrüche und neue Wege entdecken. Sicher, hier ist Mut, Überzeugungskraft und Beharrlichkeit gefragt, aber niemand hat gesagt, dass neue Ideen einfach sind. Schon gar, wenn man sie umsetzten will. Aber so weit sind Sie ja noch gar nicht. Erst gilt es ja „nur“ neue Ideen zu finden. Keine Angst, die Bedenkenträger können später dann immer noch gehört werden. Erst aber mal: neue Gedanken sammeln.
  • Extreme: Lieben Sie das Extreme? Wenn ja, gut so! Denn wenn Sie versuchen, Extreme zu integrieren, dann kommen Sie unwillkürlich auf neue Ideen. Also gucken Sie mal nicht auf die Allgemeinheit, auf den Mainstream, auf das, was alle wollen, sondern auf die Extrempositionen.
  • Offenheit: Sind Sie offen? Zugegeben, eine blöde Frage. Natürlich glauben wir, dass wir offen sind. Aber stimmt das wirklich? Sind Sie tatsächlich offen für Ideen, die nicht Ihrem Geschmack entsprechen? Die riskant, zu teuer und einfach unüberlegt sind? Wann immer Ihnen einer dieser Gedanken kommt: Vorsicht. Klar, Sie kennen die Regel von Alex Osborne, dem Erfinder des Brainstormings: Jede Idee zählt. Aber wenden Sie diese wirklich an? Oft fällt uns das doch schwer. Aber trösten Sie sich mit dem Gedanken, dass Sie ja nur im Moment des Brainstormings offen bleiben müssen. Die richtigen und wichtigen Bedenken, Ihre Kritik und Ergänzungen können später immer noch angebracht werden. Im Moment der Ideation hintern jedoch negative Gedanken, scharfe Kritik, Zynismus und Sarkasmus. Beherzigen Sie einfach die „And also-Regel“. Wann immer Sie was zu kritisieren haben, sagen Sie es freundlich und nennen Sie sofort einen Verbesserung an der Idee, die Ihrer eigenen Kritik entgegenwirkt.
  • Analogien: Hat das wer schon ähnlich gemacht? Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass irgendwo auf der Welt jemand in einer ähnlichen Lage war wie Sie. Vielleicht nicht in Ihrer Branche. Vielleicht nicht im Business-Umfeld, sondern in Sport oder Kunst. Vielleicht ist es auch gar kein Mensch, sondern ein Tier. Analogien helfen uns, einen Perspektivwechsel einzunehmen und durch die Brille anderer auf unser Problem zu gucken. Daher suchen Sie nach „das ist ähnlich wie …“.

Anomalien, Beziehungen, Ärgernisse, Tradition, Extreme, Offenheit und Analogien: damit lässt sich ein ganzes Brainstorming, ja sogar ein ganzer Ideenworkshop strukturieren. Finden Sie nicht?

June 01, 2016

TRENDSCOUTING DOES NOT KNOW ANYTHING ABOUT THE FUTURE. STORIES DO.


PhilippTheisohn has a clear view about the future. Well, at least a better view into the next 100 years than any trendscout. Theisohn, researcher at the University of Zurich, is an expert in science fiction literature. He analyses the visions and images of sci-fi authors which can help us predict the future. An aspect that can change the way you view “Storytelling”.

It´s not surprising, isn´t it: fictional imagination frames the path to our real, non-fictional future. Physicists, engineers, IT-specialists – many of them are inspired by Georg Orwell´s “1984”, Stanley Kubrick´s “2001: A Space Odyssey”, the Star Wars and Star Trek-series, Steven Spielberg´s “Minority Report”, Marvels Superheroes and books from Isaac Asimov on Robotic or Daniel Suarez “Daemon”. 

Aware or unaware - they thrive and work for this futuristic worlds and its abilities come true: A hologram to transmit information (Star Wars), a computer to advise human beings (Odyssey), a holodeck to create virtual reality (Star Trek), a screen to swipe free in the room (Minority Report), an exoskeleton to improve human bodies (Marvel).

So stories predict the future? Yes and no. Psychologists know how stories influence our mind and this may help us with this question. According to psychological studies great stories work in three ways:
  • Stories help us to prove existing experiences. We see a hero in a story and follow him in situations we already know. It´s interesting to see how the hero copes with a familiar situation and we match his/her response to the challenge with our own experience.
  • Stories help us to make new experiences. We delegate the experience to the hero who lives through a situation, a problem or challenge we´ve never been in (and does not want to be in reality). For the audience it´s interesting to see how the hero responses to a totally new situation.
  • Stories give context. A story helps us to give meaning to a series of facts. To bring an order to a bunch of information, which make it easier for us to understand and remember this data.

Sci-Fi stories give us two different views into the future. Some of them expand existing experiences of today and predict the future as a logically further development from now on (prove our experience). Others create totally new worlds, new experiences and alternatives to today (delegate new experience). But both story-types give context, try to help us learn and understand how the future might look like.

Very interesting in Theisohn´s findings is that Science-Fiction-Literature and films shows mainly a positive and bright future for individuals, while society gets worse and darker. But the opposite is true. In fiction human beings in the future are able to enhance themselves with awesome new technology like Ironmen´s super suit or Batman´s Batmobile. In contrary society, cities, earth or nature – in Science-Fiction – happen to be awful, dark and dangerous. Cities are insecure like Gotham City in “Batman”, shabby and crowded like the New York of 2263 in the movie “The Fifth Element”, and very often the whole (fictional) planet or earth is in danger as in Daniel Suarez novel “Daemon”. Sure this has something to do with storytelling. We do want “great heroes” – Superheroes. And without a conflict out in the world, the story would not work. So that´s definitely one reason why fictional worlds are not perfect or why heroes need to travel far to find “unperfected” planets or aliens to get their adventure going. The “Enterprise” for example: the starship has to explore strange new worlds and go where no man has gone before. Because planet earth – in this fiction – is boring. They´ve solved all problems. Not a good starting point for a story. And the story-rule of the “hero´s journey” asks for an unperfected world somewhere out there.


But the short distance we already overlook for the future gives slightly more hope for the world: human beings may benefit from technology. Sure, but not that far as science fiction predicts. But society, cities and planet earth will benefit much more from futuristic technologies – inspired by science fiction stories.

A full interview with Philip Theisohns was published in GDI Impulse 4/2015.